Die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen auf der Unternehmensebene ist ein zentraler Ansatzpunkt für eine ökologische Umgestaltung unseres Wirtschaftssystems. Ökoprofit ist eine Initiative, in der Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen kooperieren, um freiwillige vorsorgende Umweltschutzmaßnahmen auf Unternehmensebene umzusetzen. An Ökoprofit-Projekten nahmen bislang über 150 Unternehmen in elf Regionen bzw. Gemeinden teil (in Dornbirn waren es zehn). Die Aufgabe der Verwaltung im Rahmen von Ökoprofit besteht - neben der Finanzierung des Projektablaufs vor allem in einer weit über das behördlich-hoheitliche Wirken hinausgehenden Mitwirkung an der Suche nach einem Konsens (Kompromiß?) zwischen Einhaltung der Gesetze, ökologischer Produktionsweise und wirtschaftlichem Unternehmertum. In den Unternehmen sind "Umweltteams" zu bilden, die technische und organisatorische Maßnahmen zum Einsatz von umweltschonenden Produktionstechnologien erarbeiten und umsetzen.

Ökoprofit ist somit ein marktwirtschaftliches Instrument der Umweltpolitik, das sowohl auf Ressourceneinsparung der beteiligten Unternehmen als auch auf eine positive Imagewirkung abzielt. Es ist aber im Gegensatz zum Öko-Audit nach EU-Verordnung nicht gesetzlich normiert, wodurch es flexibel an die regionalen Bedürfnisse angepaßt werden kann und - weil es in einer Gruppe von Unternehmen absolviert werden kann - auch kostengünstiger als ein Öko-Audit ist, Im Gegensatz zum Öko-Audit sind allerdings keine Mindesterfordernisse für die Erlangung einer Auszeichnung („Ökoprofit-Betrieb") festgelegt, sodaß selbst Unternehmen ausgezeichnet werden können, die nicht alle gesetzlichen Auflagen erfüllen! So verwundert es nicht, daß sich unter den teilnehmenden Unternehmen neben solchen, die sich eine Lösung oder zumindest Klärung ihrer betrieblichen Umweltprobleme versprechen, auch zahlreiche Unternehmen befinden, die vorrangig an der Imagewirkung (irgend-)einer "Öko-Auszeichnung" interessiert sind. Die Studie arbeitet in einer umfangreichen sozialwissenschaftlichen Analyse die Erfolgsfaktoren für ein Programm zur Ressourcenschonung und -einsparung auf betrieblicher Ebene heraus. Neben den Chancen solcher Aktivitäten werden auch die Grenzen des auf freiwilliger Teilnahme beruhenden und noch dazu gesetzlich nicht normierten Umweltschutzes deutlich aufgezeigt.

(Kostenlos zu beziehen über Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie, Stubenbastei 5, 1010 Wien)

W. Sch.

Huchler, Elisabeth; Martinuzzi, André: Ökoprofit Dornbirn. Erfahrungen. Erfolge, Übertragbarkeit. Wien: Eigenverl., 1997. 218 S. (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Umwelt Jugend und Familie; 19/1997)

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