Wo immer von Ressourcen, Bewahrung der Natur und beider Kosten die Rede ist, steht sie zur Diskussion. Den einen ist sie im Ringen um den Wirtschaftsstandort und die Wettbewerbsfähigkeit ein Dorn im Auge, den anderen gilt sie als Herzstück einer alternativen, nachhaltig ausgerichteten Wirtschaftsweise. Und so ist es nicht verwunderlich, daß über das Projekt einer ökologischen Steuerreform zwar facettenreich geschrieben und gestritten wird. daß sie aber wohl deshalb auch (zumindest in unseren Breiten) so recht nicht vorankommen will.

Carsten Krebs und Danyel T. Reiche haben sich aus bundesdeutscher Perspektive darangemacht. die ordnungsrechtlichen Voraussetzungen, die wichtigsten wissenschaftlichen Ansätze und Steuerungspotentiale sowie vor allem die Vielfalt der Positionen im politischen Diskurs der bundesdeutschen Parteien, Verbände und Interessensvertretungen (bis Ende 1995) sachlich zu überprüfen. Dabei ist es ihnen gelungen, einen zugleich kritisch reflektierenden Standpunkt zu beziehen und die Vielfalt der (z B. auch in Österreich) vernehmbaren Positionen überzeugend zu strukturieren und darüber hinaus einen eigenständigen weiterführenden Diskussionsbeitrag zu leisten. Die hier entwickelte „3-Punkte-Typologie" mit den Umsetzungsmaximen "Supranational", ”aufkommensneutraler Alleingang" und "Öko-Umbau" ist ebenso klärend wie die Ansicht der beiden Autoren, daß eine ökologische Steuerreform wohl "keinen Königsweg darstellt", sondern nur als ein Baustein eines zielorientierten Instrumentenmix zur Umsetzung neuer immaterieller Wohlstandsmodelle zu begreifen ist.

W Sp.


Krebs, Carsten; Reiche, Danyel T: Der mühsame Weg zu einer "Ökologischen Steuerreform". Ein Beitrag zur Systematisierung der Debatte. Frankfurt/M. (u. a.); Lang. 1997. 192 S. (Europäische Hochschulschriften V. 1938) DM 65,- / sFr 59,- / öS 473,-