Der an der Universität Dortmund lehrende kritische Wissenschaftler Claus Eurich versucht den Begriff "Megamaschine", den Lewis Mumford 1966 in „The Myth of the Machine" geprägt hat, als bedrohliche Wirklichkeit unserer Tage darzustellen.

Sein Buch soll nach eigener Aussage folgendes leisten: "Es will die Konvergenz der Krisen in dem als Überlebenskrise bezeichneten Wahnsinn in ihrem gesamten Umfang beschreiben. Es will das gemeinhin nur für bestimmte Problemfelder Angedachte vernetzt zusammen und weiterdenken und in diesem Sinne die Problem- und Krisenkomplexität deutlich machen. Es will die Machbarkeit der Zukunft aus der Machbarkeit des Widerstands begründen und in diesem Zusammenhang den bereits vorgelebten Widerstand von Menschen gegen unmenschliche Techniken in der Vergangenheit und Gegenwart vorstellen und analysieren. Es will nahebringen, daß erfolgreichem Widerstand ein anderes Menschen- und Gesellschaftsbild zugrunde liegen muß. Die Chance liegt nicht mehr in dem Warten auf große Massenbewegungen, sie liegt bei jedem einzelnen und seiner Standhaftigkeit. Es will schließlich Möglichkeiten und Notwendigkeiten für Widerstand in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen aufzeigen."

Ich meine, daß dieses Vorhaben geglückt ist. Mit einer Fülle von Fakten, die erst in den hier aufgezeichneten Zusammenhängen ihre zukunftsgefährdende Brisanz erkennen lassen, wird ein aufrüttelndes Bild entworfen. Ein Kernsatz: "Die Zukunft planen wir nicht für Sachen, sondern für Menschen." Die Tendenz: vom Erkennen der Situation zum radikalen Tun. Die Vorschläge, die für solches Handeln gemacht werden (z. B. die positive Bewertung von Sabotage), werden für Aufregung sorgen die vom Autor durchaus beabsichtigt ist.

Eurich Claus: Die Megamaschine. Darmstadt: Luchterhand, 1988. 239 S. DM 29,80/ sfr 25,30 / öS 232,40