Großunternehmen, wie wir sie heute kennen, werden schon bald der Vergangenheit angehören. Diese Meinung vertreten zumindest die Autoren dieses Buches, für die sich das Unternehmen der Zukunft im Sinne der Informationsgesellschaft entwickeln wird. Wenn Naisbitt und Aburdene von neuer Unternehmenskonzeption sprechen, so meinen sie einen zwar erst in Gang kommenden, aber kontinuierlichen Prozeß, der neue Gesellschaftsstrukturen hervorbringen wird. Um diese Entwicklung voranzubringen, wird ein Katalog von Lösungen vorgestellt und eine Sammlung bereits realisierten Innovationen präsentiert: "Und in diesem Buch finden Sie, an vielen Beispielen, Leitlinien und Modellen demonstriert, Fragen wie Antworten, die Ihnen als Wegweiser dienen können, wenn Sie versuchen, eine neue, auf ihr eigenes Unternehmen zugeschnittene Konzeption für die Zukunft zu entwickeln." Zweifellos ist dieses Buch nicht nur für Unternehmer interessant. Zwar auf amerikanische Verhältnisse zugeschnitten, liefert es doch auch allgemeine Trends zur Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die Autoren nehmen an, daß die schon heute fehlenden Fachkräfte auch um die Jahrtausendwende noch nicht in ausreichendem Maß verfügbar sein werden. "Die Unternehmen werden verzweifelt nach Arbeitskräften suchen, und mit ihren Erfahrungen auf dem Erziehungssektor dürfte es ihnen nicht schwerfallen, ungelernte Arbeitskräfte auszubilden." Am Beispiel des Boston-Pakts wird gezeigt, wie ein' künftiges Verbundsystem zwischen Unternehmen und anderen Lebensbereichen aussehen könnte. Der Boston-Pakt ist ein Abkommen, das rund 200 Firmen in der Region Boston mit der dortigen Public School nach der Devise geschlossen haben: "Gebt uns fähige, gut ausgebildete Schulabsolventen, und wir werden ihnen Jobs geben. Die tiefgreifende Veränderung in neuen Unternehmenskonzepten ist der Übergang von autoritären zu lateralen Strukturen (kleine Teams, Netzwerke, Gitterorganisation). Auch alte Gegensätze (zwischen Management und Gewerkschaft) werden sich auflösen ebenso wie sich auch die Gleichberechtigung der Geschlechter mehr und mehr durchsetzen wird. Im Zeitalter übermächtiger Technologien werden kreativitätsfördernde Fächer in Schulen wieder bedeutungsvoll. In punkto Kreativität und Phantasie schließlich sind die Amerikaner den Japanern noch überlegen. "Der Grund liegt in    der ethnischen und rassischen Vielfalt der Vereinigten Staaten, die einmalig in der Welt ist. Als Beweis wird die Zahl von 125 Nobelpreisträger gegenüber zwei angegeben. Neben vielen weiteren Änderungen ist aber nach Ansicht von Naisbitt und Aburdene für Unternehmen entscheidend, eine Vision, ein Ziel zu kreieren, für das sich die Mitarbeiter engagieren können. "Engagement, nicht Autorität, bringt Erfolg.

Naisbitt, John; Aburdene, Patricia: Megatrends des Arbeitsplatzes. Von Infrastrukturen zur Lebensqualität. München: Heyne, 1989. 350 S.