Am 16.7.1945 explodierte die erste Atombombe in der Wüste von New Mexico. Der Autor beginnt seine Geschichte des Atomzeitalters mit den Anfängen des "Manhattan Projekts", liefert Psychogramme der verantwortlichen Forscher Oppenheimer, Fermi, Teller u.a. Er berichtet von Trumans Entscheidung, den Bau einer Wasserstoffbombe zu forcieren und den Anstrengungen Frankreichs, Chinas und Großbritanniens, dem Atomwaffenclub anzugehören. Es ist von der Kuba-Krise ebenso die Rede wie von den SALT-Gipfelgesprächen und der vergleichsweise geringen Bedeutung der erzielten Vereinbarungen. Newhouse bearbeitet ein halbes Jahrhundert risikoreicher Weltpolitik, die durch das unrationale Streben nach atomarer Vorherrschaft gekennzeichnet ist. Immer noch definieren anstelle traditioneller politischer Erwägungen Atomwaffen die internationalen Beziehungen. Untersucht wird, welche Bedrohung dadurch für die gesamte Menschheit entstand. Für den Autor ist die lange Friedenszeit nicht allein der Abschreckung zu verdanken, denn auch die immer älter werdende Tradition, Atomwaffen nicht einzusetzen, ist ein Schutz vor dem Atomkrieg. Auf die USA bezogen geht Newhouse davon aus, dass erst der Bann von Pearl Harbor, die Angst vor einem Angriff aus heiterem Himmel gebrochen sein muss, um die Hoffnung auf ruhigere Zeiten zu rechtfertigen. Dann wird man sich weniger Sorgen wegen der Sowjetunion machen müssen und sich auf wirkliche Probleme (Verschuldung der Dritten Welt, Umweltschutz) konzentrieren können. Atomzeitalter Weltpolitik  DDR - Sozialismus

Newhouse, John: Krieg und Frieden im Atomzeitalter. Von Los Alamos bis SAU München: Kind/er, 1990. 671 S., DM 56,- 1 sFr 47,50 1 öS 436,80