"Management ist heute Konfliktmanagement. Besonders wenn es um ein Thema wie die Umwelt geht", so der Herausgeber dieses Buches, der selbst eine Agentur für "Unternehmenskommunikation" betreibt. Die Bewältigung von Konflikten setze zweierlei voraus: das rechtzeitige Erkennen und den Willen zur ernsthaften Auseinandersetzung. Beides sei bei vielen Managern zu wenig ausgeprägt. Der vorliegende- Band will dieses Defizit abbauen helfen. Während der Einleitungsbeitrag die "großen Konflikte der Gegenwart" (Umweltzerstörung, Krieg, Nationalismus und Nord-Süd-Polarität) benennt und deren verstärkte Wahrnehmung durch die Wirtschaft einfordert, reduzieren die Folgebeiträge - sie thematisieren das Verhältnis der Wirtschaft zu Politik, Medien und Öffentlichkeit - Konflikte wesentlich auf Interessenkonflikte von Unternehmen mit einer kritischer und umweltbewusster gewordenen Öffentlichkeit. Konstatiert wird eine zunehmende Wirtschaftsfeindlichkeit der Politik, die mit Blick auf Wählerstimmen immer öfter gezwungen sei, Entscheidungen gegen die Wirtschaft zu treffen (z.B. Atomenergie-Nutzung) sowie eine generell steigende Technikfeindlichkeit, die u.a. durch Medienanalysen belegt wird (Verdoppelung technikkritischer Berichte in deutschen Medien innerhalb der letzten 20 Jahre). Die Empfehlung an die Manager: Um Imageprobleme abzuwenden und Unternehmen zu neuer "positiver Identität" zu verhelfen, müssen auftretende Wert- und Zielkonflikte offensiv angegangen werden. Der zweite Teil des Buches bringt diesbezüglich Beispiele "erfolgreicher Unternehmen" in Form von Selbstdarstellungen. Darin geht es primär um PR-Strategien, die Image und Absatz sichern sollen, und nur z. T. um ökologische Ziele. (Z. B. stellt ein Rüstungsunternehmen seine „Unternehmensethik" vor, eine dokumentierte PR-Action trennt "Dichtung und Wahrheit über McDonalds"). Die abschließenden Empfehlungen des "Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management" (B.A.U.M.) Umweltschutz zum integralen Bestandteil jedes Unternehmenskonzeptes sowie der Mitarbeiter-Ausbildung zu machen, sind vom Öko-Etikettenschwindel zu trennen. Der vorliegende Band zeigt nicht zuletzt, dass die "Wirtschaft" den politischen Einfluss von Umweltschutzgruppen und Bürgerinitiativen sehr hoch veranschlagt, höher als diese selbst meist vermuten. H. H. 

Konfliktmanagement und Umweltstrategien. Imageprofile 92. Hrsg. v. Alexander Demuth. Düsseldorf (u.a.): Econ-Verl., 1992. 1685., DM 98,-/sFr83,-/ ö5764,40