Der 39. Präsident der USA u a. Gründer des ”Carter Center für internationale Friedensforschung und Konfliktmediation", gibt mit diesem Buch (nicht nur) jungen Menschen einen Einblick in die Methoden der friedlichen Konfliktlösung. Die 13 Kapitel sind so aufeinander abgestimmt, daß sie auch als Themeneinheiten im Schulunterricht verwendet werden könnten.

Carter beschreibt in persönlicher und zugleich praxisnaher Sprache Erfahrungen und Konzepte der diplomatischen Vermittlung, des Kompromißmanagements und der Gesprächsleitung in schwierigen Situationen. Die geschilderten Techniken und politisch-humanitären Erfahrungen (z.B. als Wahlhelfer in Nicaragua, Panama und Haiti) sind im Schulischen Kontext gewiß sinnvoll, wenngleich noch etwas mehr didaktische Aufbereitung des Materials nützlich gewesen wäre. Carter gibt Argumente an die Hand, warum eine internationale Friedensordnung sowie die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Föderalismus Grundvoraussetzungen für eine WeItzivilgesellschaft sind. Dabei schaut er durchaus auch selbstkritisch auf die USA. Im 10. Kapitel "Der Krieg in unseren Städten" begibt er sich auf die Suche nach Lösungsansätzen für den sozialen Frieden in Amerika. Diplomatisch konzentriert er sich hierbei auf die überschaubare Stadtteil- und Gemeindeebene. Die wirtschaftlichen und machtpolitischen Hintergründe der "Großen Politik" klingen nur an. Dieses Arbeitsbuch ist ein Werk, welches angesichts der ”Globalisierungsfalle" schrittweise Studenten und junge Erwachsene ermutigen will, sich sozial, ökologisch, menschen- und bürgerrechtlich zu engagieren. Infolgedessen propagiert das letzte Kapitel "Dein Beitrag - Eine Vision für die Zukunft" die Notwendigkeit der Selbstorganisation und der politischen Intervention von Bürger-Initiativen.

S. M. S.


Carter, Jimmy: Frieden schaffen im Gespräch. Ein Impuls für die nächste Generation. Flensburg: Flensburger Hefte Verl., 1997. 206 S., DM 32, - / sFr 30 - / öS  245,50