Individuelle Probleme mit dem nach dem Niedergang des verordneten Atheismus entstandenen Vakuums und dem Bedürfnis nach religiösen Übergangsritualen entfalten zusehends ihre soziologische Wirkung. Dubiose religiöse und politische Sekten (viele davon weit rechtsstehend) und Konsum als Religionsersatz wurden gerade auch aus westlichen Quellen gespeist und gefördert. Egal wie skurril und zerstörerisch sie sind, als Qualifikation galt und gilt ein linientreuer lautstark verkündeter Antikommunismus und eine verinnerlichte, entpolitisierende Glaubenspraxis. Was können die etablierten Kirchen dem entgegensetzen?

Sieben der zehn vom Pastoralen Forum in Wien untersuchten Länder haben laut ihrer vielen Statistiken eine römisch katholische Mehrheit. Leider fehlen darin vor allem Länder wie Jugoslawien und Rußland, deren Bedeutung wegen des wachsenden politischen Einflusses ihrer orthodoxen Kirchen nicht übersehen werden darf.

M. Rei.

Tomka, Miklós; Zulehner, Paul: Religion in den Reformländern Ost (Mittel) Europas. Ostfildern: Schwaben, 1999. 244 S., (Gott nach dem Kommunismus) DM 48,- / sFr 46,- / öS 350,-