Als Absolvent des klassischen englischen Schulsystems, dem er einige Jahre auch als Lehrer angehört hat, plaudert der später zur progressiven Pädagogik konvertierte Autor bei seinem Plädoyer für eine kinderzentrierte Pädagogik im wahrsten Sinn aus der Schule. Gribble kritisiert das traditionelle Schulsystem - als erwachsenenzentriert, wenn es - wie bei Internatsschulen - dazu dient, die Eltern für Monate der Sorge um ihre Kinder zu entheben; - als gesellschaftszentriert da ein scheiterndes und Arbeitslosigkeit bewirkendes Wirtschaftssystem den Schulen rät, ihre Schüler zu lehren, wie man am Arbeitsmarkt verwendungsfähiger wird; - als kinderunterdrückend, da die Bedürfnisse des Erwachsenen immer wichtiger sind als die des Kindes. Man muss sich nur auf die Seite der Kinder begeben, um zu erkennen, wo Reformen angesetzt werden müssen. Mit der Überzeugung, dass gegenseitiger Respekt die Voraussetzung jeder alternativen Pädagogik ist, setzt sich Gribble ausführlich mit den diversen progressiven pädagogischen Richtungen auseinander, zitiert aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Lehrer und vermittelt so wertvolle Denkanstöße. Auch wenn im deutschsprachigen Raum der das traditionelle englische Schulwesen kennzeichnende Ballast größtenteils schon vor Jahrzehnten abgeworfen wurde, zeigt dieses Buch doch auf, wie notwendig eine Veränderung vor allem der gesellschaftlichen Haltung gegenüber dem Kind ist. 

Gribble, David: Auf der Seite der Kinder. Welche Reform braucht die Schule. Weinheim (u.a.): Beltz, 1991. 232 S., DM 36,- / sFr 30,50 / öS 280,80 Weinheim (u.a.): Beltz, 1991. 232 S., DM 36,- / sFr 30,50 / öS 280,80