Lem beschreibt in seinem neuesten Werk den Versuch der Kontaktaufnahme der Menschen mit der Zivilisation eines fremden Planeten in einer entfernten Galaxie. Dieser Planet, Quinta, ist seit hundert Jahren in eine gewaltige »Sphäromachie« eingebunden, einen von automatisierten Satelliten geführten Krieg, die sich gegenseitig in Schach halten. Vor dem Hintergrund der sich äußerst schwierig gestalteten Kontaktaufnahme entwirft Lem den Weltraumkrieg im 22. Jahrhundert, wie er selbst die kühnsten Träume der SDI-Strategen übertreffen dürfte. Der Handlungsablauf bietet neben Spannung dem Leser alles, was er sich von moderner Science-Fiction-Literatur erwarten darf. Lem entwirft Bilder einer künftigen Mythologie, konfrontiert mit technischen Innovationen (sehr mühsam zu lesen) und philosophischen Problemen. Er beschreibt das ebenso außergewöhnliche wie spannend-spannungsreiche Verhältnis eines Computers der letztmöglichen Generation zu den Menschen. Die Geschichte endet mit einem Fiasko. Zwar wird die Landung eines Erdenbewohners auf Quinta erzwungen, der Planet jedoch durch einen Irrtum vernichtet. Lem gibt sich hinsichtlich der Bemühungen um Kontaktaufnahme mit außerirdischen Intelligenzen pessimistisch, hält die Menschheit aber insgesamt für einen »nicht hoffnungslosen Fall«.

Lem, Stanislaw: Fiasko. Frankfurt/Main: S. Fischer, 1986. 428 S.