Die Lebensfähigkeit der gegenwärtigen Weltordnung ist fraglich: es gibt die sehr reale Gefahr eines globalen ökologischen Kollapses, die Kluft zwischen Reich und Arm vergrößert sich, die Welt wird immer fragmentierter und chaotischer und dabei immer unmenschlicher und unpersönlicher. Daher ist nach Ansicht des Autors (Direktor am World Culture Project) die Notwendigkeit eines neuen Weltsystems offenkundig. Viele suchen Lösungen in einem neuen ökonomischen, ökologischen oder soziopolitischen System, wenig Überlegungen werden aber in kulturelle Perspektiven investiert. Der Artikel möchte eine Diskussion über ein künftiges kulturelles Weltsystem eröffnen, das auf Fundamenten wie folgenden beruht: der langen intellektuellen Tradition der Kultur, dem holistischen Charakter der Kultur, einer kulturellen Interpretation der Geschichte und der Aktualisierung der höchsten, weisesten und bewährtesten kulturellen Prinzipien. Wir sollten uns in Richtung einer unteilbaren Welt vieler Kulturen bewegen und uns dabei bewußt sein, daß wir alle Entwicklungsländer sind, die mehr internationale Kooperation benötigen. Dementsprechend sollten Bemühungen unternommen werden, eine globale Föderation der Weltkulturen zu schaffen und die kulturelle Bildung, die Menschenrechte und die Verantwortlichkeit zu stärken. WR.

Schafer, D. Paul: Towards a new World System: A Cultural Perspective. In: Futures 28 (1996), Heft 3, S. 285-299 

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