Die Autoren plädieren nicht für ein pauschales Ende der Gentechnologie, sondern für ein dreijähriges Moratorium. In dieser Zeit des Aufschubs dürfe, die gentechnische Forschung nicht aus öffentlichen Mitteln gefördert werden; "diese Mitteln wären statt dessen für die Risikoforschung und die Alternativenerforschung einzusetzen". Es ist ihnen jedoch klar, dass die Chancen für eine Denk- und Handlungspause de facto nicht vorhanden sind, zumal bereits das GentechnikGesetz am 11. Mai den Bundesrat passiert hat. Es bleibt so nicht einmal mehr die Zeit zur Frage nach dem Restrisiko, obwohl diese mehr als berechtigt ist: "Können wir es verantworten, bei allen Gefährdungen, die wir schon in unsere Umwelt eingebaut haben, ein weiteres Restrisiko hinzuzufügen?" Zudem wissen wir spätestens nach Tschernobyl, wo uns die Akzeptanz des Restrisikos - wie der Name schon sagt, eines vernachlässig baren Risikos - hinführt. Bender und Gerber berichten über die wissenschaftlichen Grundlagen, die Anwendungsgebiete, über die kurze Geschichte und schnelle Entwicklung der Gentechnologie. Ethische Grundsätze, ausgehend von einer humanistischen Ethik und der Achtung der Menschenwürde werden anhand ausgewählter Problemfälle diskutiert. Wegen der Geheimhaltungspraxis musste zum Bedauern der Autoren auf den militärischen Bereich verzichtet werden. Abschließend warnen sie davor, den Stellenwert der Machbarkeit höher zu setzen als die Menschlichkeit. Gentechnologie Technikfolgenabschätzung  

Bender, Wolfgang; Gerber, Uwe: Die selbstgestrickte Schöpfung. Gentechnologie - was ist sie? was kann sie? was darf sie? Stuttgart: Guell-Ver/., 1990.1915., DM 19,801sFr 17,501öS 154,40