Auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Maßnahmen sondern in neuen Gesinnungen besteht." Nicht weltfremde Illusion, sondern vielmehr die Einsicht, dass es schon heute eine Vielzahl von Ansätzen gibt, die helfen könnten, dem globalen Zerstörungspotential der" Macher" und" Realisten" entgegenzuwirken, hat den Herausgeber veranlasst, Wegbereiter (noch immer) „neuen Denkens" um einen Beitrag zu bitten und dieser Sammlung den oben zitierten Gedanken Albert Schweitzers voranzustellen. Den 18 Beiträgen gemeinsam ist die trotz aller Widersprüche und täglich erfahrbaren Enttäuschung ungebrochene Zuversicht, dass Frieden von der persönlichen Lebensgestaltung, der familiären Beziehung über Politik bis hin zum Umgang mit der Natur - möglich, ja notwendig ist, wenn uns Zukunftsfähigkeit erhalten bleiben soll. Dass Theologen (W. Huber, S. Helne). Pädagogen (G. Becker), Politiker (E. Eppler, H. Hamm-Bücher), engagierte Publizisten, Geistes- und Naturwissenschaftler wie C. Stern, R. Jungk, W. Jens oder H. P. Dürr bei aller Gegensätzlichkeit des Zugangs zu gemeinsamen Überzeugungen und korrespondierenden Einsichten gelangen, nimmt nicht wunder. Es werden Brücken geschlagen, der Dialog der Disziplinen und Menschen als Ausdruck "neuer Gesinnung" ist nachvollziehbar. Und es zeigt sich, dass dieser neue Weg Erfahrungen erschließt, die keinesfalls neu, sondern viel eher vergessen und verdrängt wurden. Wenn beispielsweise H.P. Dürr das "Erbe der Weltreligionen" und nicht so sehr die Erkenntnisse der Ökologie als praktische Voraussetzung nennt, um zu einem Einvernehmen mit der Natur zu gelangen, oder Walter Jens für die Kultivierung des „friedensstiftenden Gesprächs" mit Verweis auf Erasmus von Rotterdam plädiert, - dann zeigt sich, dass Zukunft auch In der Wiederentdeckung des Vergangenen liegt. 

Die Erde den Sanftmütigen. Hrsg. v. Hans J. Schultz. München: Kreuz-Verl., 1991. 223 5., DM 29,80/ sFr 25,30 / öS 232,40