Der Autor, selbst ein Pionier der Atomforschung, erzählt die Geschichte des Atomzeitalters seit 1938. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den beteiligten Wissenschaftlern, ihrer Persönlichkeit und ihren Beweggründen. Der vorgeschobene Anspruch einer neutralen Darstellung erweist sich bald als irreführend. Die Gewinnung von Energie aus Uran kam für McKay genau im richtigen Augenblick, in dem eine neue Energiequelle notwendig wurde, als "ein Zeichen für Gottes Vorsorge für die Menschheit". Aus diesem Verständnis heraus relativiert der Autor das Unglück von Tschernobyl, indem die dort zu beklagenden Toten jenen von Flugzeugabstürzen, Bombenanschlägen, Krebsopfern oder Verkehrstoten gegenübergestellt werden. Auch die Handhabung des radioaktiven Mülls erscheint als Aufgabe wie viele andere auch, "die von der modernen Industrie erfolgreich bewaltigt wurden". Kurz erwähnt werden die Alternativen zur Atomenergie und zu den fossilen Brennstoffen, wobei die Hoffnun.g hauetsächlich in der Sonnenenergie, aber langfristig v.a. In der Kernfusion liegt. Bis Alternativen ausgearbeitet sind, können uns Kohle und Uran "eine lange Atempause geben". "Sie können den WeItenergiebedarf für einige Jahrhunderte abdecken während wir die nächste Stufe für den Fortschritt der Menschheit erarbeiten." Bleibt zu hoffen, dass der bisher erarbeitete "Fortschritt" uns das noch ermöglicht. 

McKay, Alwyn: Das Atomzeitalter. Von den Anfängen zur Gegenwart. Berlin (u.a.): Springer, 1989. 165 5., DM 29,80/ sFr 25,30 / öS 232,40