Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Ergebnissen einer unlängst erschienenen Studie im Auftrag des BMFT. Entgegen dem vom Münchner Institut für Energiewirtschaft errechneten Kilowattstundenpreis von 3,57 DM für Sonnenstrom (Basis war das Versuchskraftwerk Pellworm) kommt die Bölkow-Studie auf 40-80 Pfennig pro Kilowattstunde. In erster Linie sollte die Studie Unsicherheiten und Diskrepanzen bei den Prognosen über die Kostenentwicklung ausräumen.

Es sollte ermittelt werden, welche Kostenminderungen sich innerhalb des kurzen Zeitraums von fünf Jahren verwirklichen ließen, wenn man die Photovoltaik zielgerichtet im Kraftwerksbereich anwenden würde". Man konzentrierte sich auf multikristallines Silizium als Grundmaterial. Außerdem wurden nur solche Kostenreduktionen einbezogen, die als sicher gelten. Einschränkend muß gesagt werden, daß die Zahlen und Daten unter konservativen Annahmen gewonnen wurden, d.h. nichts mit den für die Photovoltaik maßgeblichen neuartigen Typen von Solarzellen (Hezel-Zelle, Dünnschichtzellen) zu tun haben.

Im Einzelnen errechnete man eine Kostenreduktion von 80% im Zeitraum von 5 Jahren bei Solargeneratoren, was auch die Senkung der Modul- bzw. Anlagenpreise bewirkt. Wichtig wäre jedenfalls, ehestens die Voraussetzungen für ein wirtschaftliches Produzieren zu schaffen. Über das Jahr 2000 hinaus wird ein durchaus optimistisches Bild gezeichnet.

Strese, Dieter: Die Ludwig-Bölkow-Studie: Solarstrom wird rentabel. In: bild der wissenschaft. 25. Jg. (1988), Nr. 7, S. 49-56.