
Samira Akbarian: Recht brechen. Eine Theorie des zivilen Ungehorsams
Dieses Buch geht der Frage nach, inwieweit ziviler Ungehorsam mit Demokratie und Rechtsstaat vereinbar ist. Akte zivilen Ungehorsams hätten die wichtige Funktion, Fälle zu erkennen, in denen das rechtsstaatliche Versprechen auf Gerechtigkeit nicht eingelöst werde. Legitimer Ungehorsam unterscheidet sich dabei von bloßem Regelbruch insbesondere durch den Einsatz der eigenen (körperlichen) Verletzlichkeit. Der Bezug auf jüngere Beispiele aus der deutschen Rechtsprechung macht dieses Buch zu einem hochaktuellen Beitrag. Stefanie Gerold
C.H. Beck Verlag, München 2024 · 176 Seiten
Ben Ansell: Warum Politik so oft versagt. Und warum das besser wird, wenn wir unseren Egoismus überwinden
Der Politikprofessor Ben Ansell analysiert in seinem neuen Buch warum Politik bei der Bewältigung der großen Krisen unserer Zeit, wie der Klimawandel, scheitert. Laut Ansell sind wir in fünf politischen Fallen gefangen, weil unsere individuellen Eigeninteressen immer wieder mit unseren kollektiven Zielen aneinandergeraten. Wir wollen beispielsweise ein Sicherheitsnetz für harte Zeiten, Solidarität ist uns aber oft nur dann wichtig, wenn wir sie selbst brauchen. Ansells Lösung: uns eingestehen, dass wir von Eigeninteresse geleitet sind, unsere Institutionen erneuern und Normen befolgen, die sie lenken. Katharina Wiese
Aus dem Englischen von Gisela Fichtl. Siedler Verlag, München 2024 · 480 Seiten
Ciani-Sophia Hoeder: Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher. Die Lüge von Chancengleichheit
Ciani-Sophia Hoeder gelingt eine klasse(-n) Analyse, die mit jeder Buchseite sukzessive ihre Qualität als nuancierte Gesellschafskritik entfaltet. Die Metapher des:der ewigen Tellerwäscher:in leitet die Autorin durch die Kombination aus verschiedenen Wissenschaftsperspektiven und persönlich-anekdotischen Erfahrungen anschaulich her. Durch die Mischung aus evidenzbasierten, alltagsweltlichen und popkulturellen Referenzen, kann man sich als Leser:in unmöglich der Hinterfragung des eigenen Klassen(un)bewusstseins sowie den damit verbundenen (nicht-) Privilegien und Ungleichheiten entziehen. Ein Buch, das unweigerlich zur Selbstreflexion anregt und Diskussionsbedarf weckt. Elena Glockzin
hanserblau, München 2024 · 256 Seiten
Michael Fischer · Markus Tauschek (Hg.): Konstruieren – Imaginieren – Inszenieren. Zukunftsentwürfe in der Populärkultur
Michael Fischer und Markus Tauschek erkennen im Bereich der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung seit einigen Jahren ein vermehrtes Interesse an der Thematik Zukunft. Mit diesem Band bieten sie eine Einführung, Einordnung sowie Kulturanalyse des Kommenden anhand von Zukunftsentwürfen in der Populärkultur. Dabei werden etwa filmische Beispiele wie „Ex Machina“ (Kit Schuster) oder „Avengers: Age of Ultron“ (Sophie-Constanze Bantle) herangezogen, die mediale Inszenierung urbaner Zukünfte im japanischen Anime wird besprochen (Ngoc Tram Vu), Zukunftsromane der 1920er und 1930er analysiert (Lasse Wichert). Katharina Kiening
Waxmann Verlag, Münster 2024 · 264 Seiten








