Mögen die politischen Altlasten des DDR-Regimes auch korrigierbar sein, die ökologischen Folgen bleiben eine Langzeithypothek: Wie zu hohe Schadstoffemissionen und zu starke Bodenerosionen zustande kamen, warum die Trinkwasserversorgung teilweise gefährdet ist, und welche Konsequenzen verschwenderischer Umgang mit Energie hat, zeigt die Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung auf, die im Anhang umfangreiches Zahlenmaterial und Graphiken enthält. Trotz all dieser Missstände warnen die Autoren davor, das Heil einzig in den bundesrepublikanischen, marktwirtschaftlichen Lösungen für Umweltprobleme zu suchen. Auch dort steht deren Bewältigung aus. Darüber hinaus gibt es in der DDR ökologisch sensible Bereiche (Verkehr, Hausmüll, Recycling), die teilweise bessere Voraussetzungen für erfolgreichere Umweltschonung böten als in der BRD derzeit gegeben sind. So ist etwa der Individualverkehr geringer, aufgrund der Rohstoffknappheit die Notwendigkeit und Bereitschaft zur Müllverwertung indes Größer. Wenn auch hier und dort positive Ansätze zu sehen sind, so bedarf das wirtschaftliche und ökologische Gefüge der DDR einer Umstrukturierung. Doch "obwohl von Politikern verschiedenster Richtungen mit dem Schlagwort der ,ökologischen und sozialen Marktwirtschaft' geworben wurde, finden die sozialen - noch weniger - die ökologischen Dimensionen (... ) so gut wie keine Berücksichtigung mehr". 

Petschow, Ulrich; Meyerhoff, Jürgen; Thomasberger, Claus: Umweltreport DDR. Bilanz der Zerstörung, Kosten der Sanierung, Strategien für den ökologischen Umbau. Eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung. Frankfurt/M.: Fischer, 1990. 190 S., DM 25,- / sFr 21,40/ öS 195