"Nach uns die Sintflut", so könnte die Leitidee des Dritte-Welt-Tourismus lauten.' In der Tat sind zum Thema viele konkrete Beispiele angeführt, die dieser Einstellung entsprechen. Ob in Indien, Nepal, Thailand, auf den Malediven oder Nord-Afrika, der Tourismus hat sich dergestalt entwickelt, dass er mehr Verwüstung angerichtet als Vorteile gebracht hat. Die Hoffnung auf den Tourismus als schnellen Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung hat sich zum größten Teil nicht erfüllt. Die Schattenseiten der Massenexkursionen hin zu Exotik, Sonne, Strand und Meer werden immer deutlicher. In vielen Gegenden sind dadurch erhebliche ökologische Probleme entstanden. Der Umgang mit Ressourcen grenzt oft an Ausbeutung: Ein Trekking-Tourist in Nepal verbraucht zum Kochen pro Tag etwa die Holzmenge, mit der eine Familie eine Woche auskommt. In Tunesien rechnen Hotels pro Gast und Tag mit einem Wasserverbrauch von 600 Liter, dem regionalen Krankenhaus steht pro Patient nicht einmal die Hälfte zur Verfügung. Die Kritiker verlangen mehr Verantwortung von Politikern, Touristen und Reiseunternehmern. Gefordert werden Modelle, die geeignet wären, derzeit gängige Strukturen abzulösen. So werden am Beispiel Nepals ein Verhaltenskodex für Urlauber aufgestellt und zu jetzt zwölf Gebote für Dritte-Welt-Reisen formuliert, um aus Touristen wieder Erkenntnissuchende werden zu lassen. 

Zum Beispiel Tourismus. Hammelehle, Jürgen (Red:) Göttingen: Lamuv, 1990.96 S. (Lamuv-Nord-Süd; 78), DM 7,801 sFr 6,70 1 öS 60,80