Als Absolvent der Fachhochschule Furtwangen legt Lackner eine Diplomarbeit vor, die anhand von zwei Zukunftswerkstätten (ZW) zum einen die Qualität der Ausbildung zum anderen die Effizienz der Methode ZW im hochschuldidaktischen Bereich zum Gegenstand hat. Nach einer knapp gehaltenen Einführung in die Geschichte der ZW und einigen kritischen Anmerkungen zu Leistungsfähigkeit und Grenzen des Problemlösungsmodells - Lackner moniert m. E. zurecht eine vorerst bescheidene methodenkritische Auseinandersetzung, widerlegt bzw. beantwortet hingegen einige Fragestellungen an die Methode (S. 18) im Laufe der Evaluation der zwei von ihm moderierten ZW selbst (ohne darauf nochmals zu sprechen zu kommen). Mit der Analyse der Effizienz der eigenen Lehrtätigkeit hatte Prof. Walter - Betreuer der vorliegenden Diplomarbeit - ein didaktisch aktuelles, gruppendynamisch zugleich auch brisantes Thema vorgegeben. Unter dem Titel "Informatik 1999" hatten im Verlauf einer eintägigen ZW sechs (O Teilnehmende die Möglichkeit, Vorschläge zur inhaltlichen und didaktischen Verbesserungen seiner Vorlesungen zu artikulieren. Kritik wurde vor allem hinsichtlich der vorgebrachten Stoffmenge und der angstbestimmten Prüfungssituation geäußert, als konkrete Schritte hin zur Verbesserung der Lehr- und Lernsituation hingegen Gruppenarbeit anstelle von Vorlesungen (Dozent nicht als Zampano, sondern als Moderator"), die Einflußnahme der Studierenden bei der Wahl der Gruppenübungen und verständlichere Manuskripte vorgeschlagen. Die zweite hier dokumentierte ZW brachte 22 Mitwirkende zusammen, um im Verlauf einer dreitägigen Werkstatt in ebenso vielen Gruppen Perspektiven der "corporate Identity für Medieninformatik" zu entwickeln. Die Suche nach ”neuen Lehr- und Lernwelten" mündete u.a.in dem Wunsch, den Austausch mit anderen Hochschulen zu fördern, Praktiker aus der Wirtschaft einzubinden, fächerübergreifende Projekte zu initiieren sowie die Leistung von Lehr- und Lernenden stärker zu evaluieren. Zum Thema ..Informationssystem und Kommunikationspflege" wurden Verbesserungen in Richtung Hardware und Infrastruktur (lnfocafe) ebenso angemahnt wie vor allem auch in Bezug auf das zwischenmenschliche Miteinander (mehr Zeit für einander, Lob und Anerkennung u. ä.) Im Hinblick auf die Rolle der Dozierenden wurden neben fachlicher v. a. soziale Kompetenz, zur Verbesserung der Kommunikation ein "Briefing Day" und das Ende des ”Beamtenstatus" vorgeschlagen. Auch wenn die Studie im Methodischen einige Mängel (etwa hinsichtlich der Neutralität des Moderators bei der Bewertung der Ergebnisse) aufweist - den Wert der Methode ZW im Bereich der (Fach)Hochschuldidaktik stellt sie eindrucksvoll unter Beweis. W Sp.

Lackner, Michael: Durchführung von Zukunftswerkstätten zur Evaluation der Lehre. Berlin: Logos-Verl., 1997. 133 S., DM / sFr 59,-/ öS 460,50