In der Diskussion um die Zukunft der sozialen Sicherung herrscht Einigkeit allein darüber, dass dringend etwas zu geschehen hat. Wollen die einen der stetig wachsenden Finanzierungslücke unter grundsätzlicher Beibehaltung des Systems durch Erhöhung der Beiträge begegnen, sind andere durchaus für die Erprobung neuer Ansätze zu haben: Konservative fordern die Entlastung des Staates zwecks Steigerung ökonomischer Konkurrenzfähigkeit, Sozialpolitikern des linken Spektrums liegt eine "neue Egalisierung" am Herzen, die veränderten Arbeits- und Sozialverhältnissen gerecht wird. Mit Bezug auf die Faktoren Alter, Arbeitslosigkeit und Armut wird im ersten Abschnitt des Bandes die Entwicklung und Reformansätze des aktuellen bundesdeutschen Systems diskutiert, in dessen Mittelpunkt die Koppelung von Einkommen und sozialer Sicherung institutionell geregelt ist. Irn folgenden stehen sozialmedizinische Prämissen zur Disposition. Rolf Rosenbrock plädiert nachdrücklich für "Gesundheitsvorsorge statt Krankenversorgung ", die entscheidend mehr als nur finanzielle Überlegungen einschliessen müsste. Vorschläge zur Selbstverwaltung in der Sozialversicherung und Gedanken zum Begriff "Pflege" schliessen sich an. Ein dritter Abschnitt benennt vor allern die Arbeitszeitverkürzung und die nach wie vor eklatante Benachteiligung von Frauen als ungelöste Herausforderung. Ein Plädoyer für soziale Grundrechte "jenseits der Logik des Marktes" gibt Michael Opielka, ehe abschließend ein europäischer Vergleich die weitreichende Verrechtlichung der deutschen Bestimmungen nochmals bestätigt. 

Wie sicher ist die soziale Sicherung? Riedmüller, Barbara (Hrsg.) ... FrankfurVM.: Suhrkamp, 1989. 362 S., (edition suhrkamp; 1568) DM 18,-/ sFr 15,30/  ÖS 140,40