Die Umweltorganisation Robin Wood zieht Bilanz über zehn Jahre Kampf für die Erhaltung der Wälder. Deren Vernichtung schreitet voran, und zwar weltweit: Von der intensiven Nutzung der borealen Wälder des Nordens (Kanada, Norwegen, Schweden, Finnland und Rußland führen die Weltrangliste der Holzexportländer an) über das Waldsterben durch Luftschadstoffe und sauren Regen in den gemäßigten Breiten bis hin zur hinlänglich bekannten, großflächigen Abholzung der Regenwälder in den Tropen. Einmal mehr werden die Ursachen der Waid-Zerstörung kurz umrissen sowie die beschränkte Wirksamkeit der vorhandenen Schutzkonzepte dar- bzw. in Frage gestellt. Natürlich ist es die Politik, die versagt da wie dort: Ein anschauliches im Buch dargestelltes Beispiel lieferte die österreichische Bundesregierung, die eine bereits beschlossene Kennzeichnungspflicht für Tropenholz auf massiven Druck Malaysias und Indonesiens 1992 wieder aufhob. Bleibt wieder nur das etwas hohlklingende Wort des Tropenholzverzichts, denn - wie die Autorinnen erläutern - existieren gegenwärtig keine Einschlagsgebiete, in denen Tropenholz für den Export umweltverträglich gewonnen wird. Den Inhalt des Taschenbuches "eine weltweite Bestandsaufnahme" zu betiteln, erscheint etwas vermessen, wichtig bleibt jedoch - und das ist schließlich das Hauptverdienst von Umweltschutzorganisationen, so auch dieses Bandes von Robin Wood - immer wieder Anklage zu erheben und zum Handeln aufzufordern. D. N.

Vom Ende der Wälder. Eine weltweite Bestandsaufnahme. Bader, Birgit ... (Mitarb.). Hrsg. v. Robin Wood. Göttingen: Die Werkstatt, 1993. 239 S., DM 28,- / sFr. 23,70/ öS 218,40