Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter und entzweit Ökonomie und Ökologie so sehr wie die Debatte über Wert und Ziel des eigenen Tuns. In Sachen Umwelt herrscht zudem hüben wie drüben eine doppelte Moral: Es wird laut gestritten, aber wenig getan, wenn es darum geht, zum gemeinsamen Wohl zu handeln. Zechpreller wie Knauser rufen dagegen nach "Vater Staat", der, hoffnungslos überfordert, in die Rolle einer "Animier-Mama" schlüpft, um durch Subventionen, Verordnungen und ein Übermaß an Bürokratie der Umwelt auf die Sprünge helfen möchte. Dass es anders - und zudem auch besser gehen könnte, weist Huber hier überzeugend nach: Gefordert wird die Umweltpartnerschaft von Produzenten und Konsumenten; nicht im ökologischen Dirigismus, sondern in der ökologischen Kontextsteuerung liegt der Weg zur Besserung. Da der staatliche Umweltschutz ineffizient, ungerecht und innovationshemmend ist im besten Fall führt er zur einseitigen Förderung nachsorgender Umwelttechnologie -, plädiert Huber für eine zivilrechtliche Alternative, deren Kern zurechenbare und auch zumutbare Umweltkosten sind. Würden Geld und Kreditwesen auch auf die Umweltmedien Wasser, Luft und Boden angewendet, wäre der Konsens rasch gefunden, dass es nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern gar gewinnbringend sein kann, neue Lösungen in Produktion und Verbrauch zu finden, anstatt unbedenklich Altlasten auf Kosten der Allgemeinheit (und der Zukunft) aufzutürmen. Wie ökologische Unternehmensführung im einzelnen aussehen kann (und partielle auch schon erfolgreich praktiziert wird), welche Rahmenbedingungen zu schaffen wären, wird umfassend und allgemein verständlich dargelegt. All jenen, die neben einer kompetenten Übersicht auch konkrete Perspektiven für eine (heute noch) alternative Wirtschaft(spolitik) suchen, ist dieses Buch ohne Vorbehalt zu empfehlen. 

Huber, Joseph: Unternehmen Umwelt. Weichenstellungen für eine ökologische Marktwirtschaft. Frankfurt/M.: S. Fischer. 1991. 287 S., DM 29,80/ sFr 25,30 / öS 232,40