"Interessiert - gefahrenbewußt - besorgt - handlungswillig", so in Kürze das positive Ergebnis einer von den "Evangelischen Akademien in Deutschland" in Auftrag gegebenen Studie zum Umweltbewußtsein der Jugendlichen. Doch der Betroffenheit und dem Interesse an ökologischen Fragen stehen "Unsicherheiten bei der Bewertung struktureller Zusammenhänge" und nur geringes umweltpolitisches Handeln gegenüber, so der Nachsatz der Untersuchung, die die Grundlagen für die Planung und Durchführung von Bildungsveranstaltungen verbessern soll. Das im zweiten Teil des Buches entworfene Konzept einer ökologischen Bildung sowie die dokumentierten Praxisbeispiele tragen den erhobenen Defiziten Rechnung und stellen in Abgrenzung von reiner "Betroffenheitsdidaktik" bzw. einem biologisch-naturalistischem Umweltschutzverständnis politische, ökonomische und kulturelle Zusammenhänge in den Mittelpunkt. Einer "Human- und Sozialökologie" verpflichtet, führen die Autoren das Thema "Umwelt" der Politischen Bildung und damit der gesellschaftskritischen Auseinandersetzung zu. Sie verstehen politisches Verhalten als "aktive Sorge der Menschen um sich selbst, um andere und ihre Mitwelt". Umweltbewußtes Handeln müsse daher naturschützerisches Engagement, verändertes Alltagsverhalten und Eintreten für strukturelle gesellschaftliche Veränderungen umfassen. Als politisches Ziel wird in Anlehnung an die Kritische Theorie ein "gutes und richtiges Leben aller Menschen in einer vernünftigen Gesellschaft" formuliert. H. H.

Umweltbewußtsein und ökologische Bildung. Eine explorative Studie zum Umweltbewußtsein Jugendlicher und Beiträge zu Konzeption und Praxis ökologischer Bildung. Hrsg. v. Klaus Waldmann. Opladen: Leske + Budrich, 1992. 176 S., DM 28,- 1 sFr 23, 70 1 öS 218,40