Unsicherheiten über die Wirkungszusammenhänge und möglichen Folgen machen effiziente, global koordinierte Klimaschutzpolitik äußerst schwierig. Die vorliegenden Beiträge des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (lTAS)in Karlsruhe können diese Unsicherheiten nicht beseitigen, sie geben aber einen ausgezeichneten Einblick in den aktuellen Forschungsstand. Dabei werden nicht nur Klimamodelle wie etwa jenes des Intergovernmental Panel of Climate Change (lPCC) erörtert, sondern auch die Schwierigkeiten, Divergenzen und Handlungsbarrieren internationaler wie nationaler Klimaschutzpolitik aufgezeigt. Einmal mehr deutlich wird die Kluft zwischen den in Dokumenten und Absichtserklärungen festgelegten Emissionsreduktionszielen und den gegenwärtigen sowie für die nähere Zukunft zu erwartenden, davon teils diametral abweichenden Emissionstrends (wie etwa des Weltenergierats). Ein Beitrag über die ”Themenkarierre" des Problems der globalen Klimaerwärmung zeigt die Rolle der Wissenschaft darin, die Wahrnehmung durch die Medien sowie das Aufgreifen durch die Politik in unterschiedlichen Phasen auf. Demnach träten wir nun in jene "letzte" Phase ein, in der sich zwar alle ”für die Lösung des Problems" aussprechen, jedoch "Verschiedenes, wenn nicht sogar Gegensätzliches" damit meinen. Das Thema werde zur "zeremoniellen Größe" und zum "Bestandteil symbolischer Politik". Um dem entgegenzuwirken, wird im abschließenden Beitrag für die Verabschiedung eines ”klimaschutz- oder Energiespargesetzes" für die BRD plädiert. welches die von der Bundesregierung verbal bekundete 25%ige Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2005 verbindlich festlegen soll. Jürgen Kopfmüllers Vorschlag, den Energieverbrauch durch Betriebe und Privathaushalte parallel mit den Steuererklärungen zu registrieren und in Entsprechung zum allgemeinen Reduktionsziel mit Bonus bzw. Malusbeträgen zu versehen, wäre zumindest der weiteren Diskussion wert, auch wenn hier im Gegensatz zur ebenfalls aufkommensneutral möglichen CO2-Steuer die ”Vielverbraucher" relativ begünstigt würden. H. H.

Risiko Klima. Der Treibhauseffekt als Herausforderung für Wissenschaft und Politik Hrsg. v. Jürgen Kopfmüller ... Frankfurt/M. (u.e): Campus, 1997. 325 S. (Veröffentlichungen des Inst. f. Technikfolgenabschätzung u. Systemanalyse; 4)