"Käme ein Bote vom Himmel mit der Botschaft, dass mein Tod unserem Kampf nützen würde, so wäre ich sogar bereit zu sterben. Doch die Erfahrung lehrt uns das Gegenteil. Noch so viele Versammlungen und Begräbnisse werden das Amazonasgebiet nicht retten. Ich will leben. " Chico Mendes, 9. Dezember 1988 Am Abend des 22. Dezember 1988 wurde der brasilianische Kautschukzapfer, Gewerkschaftsführer und Umweltschützer Chico Mendes im Hof seines Hauses ermordet. Es ist dies bei weitem nicht der einzige, wohl aber der spektakulärste Mord in der Geschichte des Kampfes um die Erhaltung der brasilianischen Regenwälder. Die Meldung von Chico Mendes Tod ging um die Welt und verdeutlichte die Brutalität dieses Krieges von Großgrundbesitzern und Goldgräbern gegen Indios und Kautschukzapfer, die vom Wald leben, ihn aber nicht zerstören. Für die umfassende Schilderung dieser Zusammenhänge hat Andrew C. Revkin, Wissenschaftsjournalist in den USA, vier Monate in Brasilien recherchiert. Das Ergebnis ist mehr als eine spannende Biographie, eine eindringliche Schilderung der Bedeutung des tropischen Regenwaldes für die Menschheit und ein überzeugendes Plädoyer für seine Erhaltung. Den Leser erfasst die Faszination über die schillernde Vielfalt dieses gigantischen Ökosystems, das nur in seiner unermesslichen Ausdehnung erhalten werden kann oder aber vor den Augen der Welt mit nachhaltigen Folgen zerstört wird. Wie eng der Schutz der Regenwälder mit dem Kampf um soziale Gerechtigkeit verbunden ist, wird dabei allzu deutlich. 

Revkin C. Andrew: Chico Mendes - Tod im Regenwald. Mit einem Vorwort von Robert Jungk. München: List-Verl., 1990.348 S., DM 39,80/sFr38,20/öS 310,40