Die Bereitschaft zur Suche nach gangbaren Auswegen aus den technikbedingten Problemen der Gegenwart wächst auch bei engagierten Ingenieuren und Informatikern. Das zeigen die Arbeiten am Projekt „Humanisierung des Arbeitslebens", dessen Ergebnisse und Empfehlungen hier dokumentiert werden. Für verschiedene Handlungsfelder (z.B. Forschung, Praxis, Studium) wurden Bausteine konzipiert, die Vorschläge zur verantwortlichen Technikgestaltung beinhalten. Zunächst wurde das Verständnis von technischem Fortschritt im Urteil von Ingenieuren eruiert, wobei von Seiten der Befragten immer wieder die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppierungen bei einer Neubestimmung der technischen Entwicklung gefordert wurde. Die "Anleitungen zum interdisziplinären Technikdialog" münden in einem "Lehrstück" gegen Kommunikationsblockaden mit dem Ziel der Verständigung. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten und Möglichkeiten für einen beteiligungsorientierten Ansatz in der System- und Softwareentwicklung erscheint es notwendig, diese verstärkt an die Arbeitsabläufe im Betrieb und die Arbeitsweisen der Betroffenen anzupassen. Ergebnisse der Forschungsgespräche mit gewerkschaftlich orientierten Ingenieuren geben anschließend Auskunft über Motive und Interessen für derartiges Engagement, wobei das Fehlen der Einflussnahme auf die gesellschaftlichen Ziele der Technikentwicklung beklagt wird. Die Chancen für eine sozialverträgliche Technikgestaltung wurden in einem Workshop erörtert. Gegen die Leidenschaft der" Macher" müsste - bis hin zu einem Pflichtenheft - institutionell gesichert sein, dass die Perspektive der Anwender präsent ist. Abschließend wird in einem Papier der "Gesellschaft für Informatik" die Nutzung der Technik nach offenen, demokratischen Kriterien angeregt. AA

Volmerg, Birgit; Senghaas-Knobloch, Eva: Technikgestaltung und Verantwortung. Opladen: Westdt-Verl., 1992. 167 S. (Studien zur Sozialwissenschaft; 116), DM 27,- / sFr 22,90/ öS 210,60