Tiefgreifende Änderungen großräumiger politisch-institutioneller Strukturen (Globalisierung) sowie Umschichtungs- und Konzentrationsprozesse (Monopolisierung), aber auch massive Finanzprobleme der öffentlichen Haushalte stellen die Städte vor eine neue Dimension aktueller Herausforderung. Die Beiträge in diesem Band liefern nicht nur einen Überblick über gegenwärtige Ansätze, um dieser Aufgabe zu begegnen, sondern beleuchten auch die methodische Bandbreite von Stadtentwicklungsplanung. Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht eine neue Phase von Gesamtentwicklungsplanung. Allzu oft konzentrieren sich Planungsansätze aber immer noch auf städtebaulich-wirtschaftliche bzw. auf beispielhafte imagewirksame Leitprojekte. Der Planungsdezernent von Frankfurt/M., Martin Wentz, bezweifelt daß es maßgeschneiderte, idealtypische Entwicklungsstrategien bzw. universelle Planungsansätze geben kann. "Neben unverzichtbaren Pragmatismus" müsse "die Notwendigkeit der Visionen für die Stadt von morgen treten." Um jedoch die Aufgaben der Stadtentwicklung bewältigen zu können, fordert Wentz die Ausdünnung der "Regelungsdichte" in deutschen Städten. Vom Hang und Zwang zur Kooperation berichtet durchaus differenziert der Raumplaner Klaus Seile, und Dieter Hoffmann-Axthelm zeigt anhand des Stadtteils Unterneustadt Kassel die Schwierigkeiten der Planer in Abhängigkeit von Investoren und Politik. Am Beispiel der Region Stuttgart - gebildet aus 179 Städten und Gemeinden, gekennzeichnet durch eine kleinräumige Struktur mit ausgeprägtem Kern - stellen Thomas Sieverts und Roland Wick, beide Hochschullehrer in Darmstadt. die Entwicklung hin zur Stadtregion dar, die von Kräften gelenkt wird, die weitgehend unabhängig von Politik und Planung agieren. Schließlich beschäftigt sich der Stadtsoziologe Hartmut Häussermann überaus kritisch mit der Verplanung des Zentrums von Berlin. Das Schlußkapitel mit insgesamt acht Beiträgen ist ausschließlich der Stadtentwicklung für Frankfurt/Main gewidmet. A. A.

Stadtentwicklung. Hrsg. v. Martin Wentz. Frankfurt/M. (u. e): Campus, 1996. 240 S. (Die Zukunft des Städtischen. Frankfurter Beiträge; 9) 

 

Weiterführende Literaturhinweise: Detailliert beschäftigt sich eine weitere Publikation mit dem Zusammenspiel verschiedenster Interessengruppen bei der Gestaltung des städtischen Straßenraumes: Der Städtische Straßenraum in den 90er Jahren. Eine neue Stadtraumqualität zum Wohle des Menschen. Krieger, Kurt ...(Mitarb.). Renningen-Malmsheim: expertVerl., 1996. 95 S. (TAM-Kolleg-Praxis; 4)