Editorial 1/1988

„Urbanistik“ und „Kreativität“, zwei Themen, die uns diesmal bei der Auswahl neuer zukunftsbezogener Publikationen geleitet haben, stehen in einem engen Verhältnis, seit es weithin klargeworden ist, dass die spezifisch menschliche, in diesem Jahrhundert hauptsächlich auf technische Neuerungen gerichtete Erfindungsgabe sich nunmehr intensiver den Problemen des menschlichen Zusammenlebens widmen sollte. Die rapide Zunahme der Bevölkerung, besonders in der Dritten Welt, die Entstehung immer größerer und körperlich wie seelisch belastenderer Stadtgebiete, bei gleichzeitiger Verarmung des dörflichen Lebens auch in unseren Breiten, ist eine gewaltige Herausforderung an die vernachlässigte soziale und wirtschaftliche Phantasie. So wichtig Analysen und Entwürfe sind, sie werden durch konkrete Experimente erprobt werden müssen. Das sind Aufgaben, die Priorität haben mussten, wenn wir eine erträgliche Zukunft vorbereiten wollen.