Mit Friedensgesprächen, einem jährlichen Friedenstag sowie der Verleihung eines Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises leistet Osnabrück einen beispielgebenden Beitrag zur Förderung des Friedensgedankens. Festgehalten und damit nochmals bereichert werden die Ergebnisse dieser wertvollen Kooperation von Stadt und Universität im nun erstmals vorliegenden "Osnabrücker Jahrbuch Frieden und Wissenschaft".

Dokumentiert werden darin die Vorträge und Diskussionen des jeweiligen Jahres, diesmal u. a. zum arabisch-israelischen Versöhnungsprozess, zum Krieg im ehemaligen Jugoslawien, zur Rolle Polens in der Entwicklung einer gesamteuropäischen Sicherheitsordnung sowie zur künftigen Rolle der Bundeswehr. Zudem findet man aktuelle Beiträge zur Migrations- und Asylpolitik im vereinten Deutschland, zum Rechtsradikalismus als Herausforderung für die christliche Friedenserziehung sowie den Möglichkeiten interkulturellen Lernens.

Eine grundlegende Erörterung über die Chancen lokaler und kommunaler Friedensarbeit geben Dieter Kinkelbur und Stefan Kliesch in ihrer aus einer einschlägigen Lehrveranstaltung hervorgegangenen Abhandlung, die nicht nur wichtiges Basiswissen vermittelt, sondern auch auf weiterführende Literatur verweist. Im Anhang werden die Institute zweier ausländischer Referenten, das „International Center for Peace in the Middle East" und das ..International Center for Promotion of Interreligious Dialogue, Justice and Peace Zajedno, Sarajewo" vorgestellt. Die in diesen Band dokumentierten Aktivitäten sind Ausdruck und Beispiel dafür; wie Kommunen Friedensarbeit und Dialog ermöglichen bzw. unterstützen können. Ihnen sind zahlreiche Nachahmerinnen zu wünschen.

H. H. 

Osnabrücker Jahrbuch Frieden und Wissenschaft. Dialog. Wissenschaft. Gesellschaft. Politik, Kultur. Hrsg. v. Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück ... Bramsche: Rasch, 1994.212 S., DM 34,-/ sFr 31,30/ ÖS 265