Heute setzt die Bundesrepublik jedes Jahr rund 15 Mio. Tonnen giftiger Abgase frei, ausreichend, um die Luft des Staates bis in 350 km und den gesamten Planeten bis zu 150m Höhe zu verschmutzen. Während weite Teile der Welt Probleme mit der Versorgung haben, wird für die Industriezivilisation die Entsorgung zur Überlebensfrage. Welch unaufschiebbarer Handlungsbedarf sich daraus für Wirtschaft, Politik und Verbraucher ergibt, war Gegenstand eines vom "Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung" in Berlin organisierten Kongresses, dessen Ergebnisse hier wiedergegeben sind. Einleitend führt Rolf Kreibich aus, dass an die 100.000 Altlast-Deponien in der BRD Anlass genug sein sollten, die "Ressource wissenschaftlich-technischer Intelligenz" in Zukunft verstärkt "zur Verminderung und Verhinderung riskanter ökologischer und sozialer Schäden für Natur und Gesellschaft einzusetzen", wobei erste Anzeichen eines Orientierungswandels ausgemacht werden. Im folgenden Abschnitt über zukunftsorientierte Unternehmensführung tritt Georges Fülgraff für "proaktive Handlungsmuster" seitens der Unternehmen ein, die in Umwelt-Bilanzen, Darlegungspflichten, umweltentlastenden Innovationen u.a.m. auszuweisen wären. Über ökologische Konzepte aus der Praxis informieren Mitarbeiter der Unternehmensverbände B.A.U.M. und .Förderkreis Umwelt future eV". Vorwiegend anhand langlebiger Gebrauchsgüter werden Erfordernisse veränderter Produktgestaltung aus Sicht der Wissenschaft und Praxis diskutiert, wobei eine „recyclingorientierte Stoffflusswirtschaft" von Manfred Pötzschke als Zielvorgabe genannt wird. Politische Richtlinien und Forschungsvorhaben sind Gegenstand des letzten Buchabschnittes. 

Ökologisch produzieren. Zukunft der Wirtschaft durch umweltfreundliche Produkte und Produktionsverfahren. Hrsg. v. Rolf Kreibich ... Weinheim (u.a.): Be/tz, 1991.214 S. (ZukunftsStudien; 1) DM 24,-/ sFr 20,30 / öS 187,20