Der Band lässt im wesentlichen vier Teilnehmer aus dem Referentenkreis eines Kolloquiums zum Thema "Ökologie im Endspiel" zu Wort kommen, das an der Universität-Gesamthochschule Siegen stattfand: den Politiker Joschka Fischer, den Soziologen Niklas Luhmann, den Philosophen Jean-Francois Lyotard und den Theologen Rainer Albertz. Konzeptionen des Verhältnisses Gesellschaft/Umwelt und Strategien seiner Steuerung (Luhmann, l.votard). parlamentarische Bedingungen ökologischer Kommunikation (Fischer), Ansätze einer ökologischen Ethik (Albertz) wurden neben dem Bereich Ökologie und Medien behandelt und in einem Nachwort kritisch reflektiert. Neben der Versammlung prominenter Stimmen aus verschiedenen Disziplinen ist die Absicht hervorzuheben, der Ökologiediskussion etwas von der praxiswütigen Unschuld zu nehmen. Ob der Abstraktionsgrad Luhmanns und die sich der Geheimsprache nähernde Redeweise Lyotards eine solche theoretische Rückversicherung über einen kleinen Kreis Eingeweihter hinaus fruchtbar machen kann, ist eine andere Frage. Von den stilistischen Pirouetten und Verstiegenheiten, die man auf Schritt und Tritt findet, hebt sich der Ton von Albertz ab. Er verficht informativ, bescheiden und auch für Nichtgläubige überzeugend Möglichkeiten praktischer Umsetzung einer christlichen Umweltethik. Dass ausgerechnet seinem Text schwere Zugänglichkeit bescheinigt wird (S. 15), kann doch wohl nur ironisch gemeint sein. 

Ökologie im Endspiel. Fischer, Joschka (Hrsg.). München: Fink, 1989, 785., (Materialität der Zeichen; Reihe B; 3) DM 14,80 I öS 115,40 I sFr 13,10