Gehören auch Sie zu den Umwelt-Bewegten, denen das Wohl der Natur und die eigenen Gesundheit so manchen Groschen (mehr) wert ist? Und meinen auch Sie, dass die Wirtschaft - mehr dem Druck als der eigenen Neigung gehorchend - zunehmend auch ökologisch verantwortbare Produkte anbietet? Im Großen und Ganzen täuscht dieser Eindruck, denn tatsächlich ist es mit "öko" und "bio" in Nahrungsmitteln, Farben, Waschmitteln, aber auch Ver- und Entsorgungskonzepten der Fortschrittsgesellschaft nicht weit her. Wie die Autoren - engagierte Kenner der Szene - nachweisen, ist "rückstandskontrollierte Ware", ob „biolandecht" oder "naturrein", über keinen Verdacht erhaben. Wir alle, so das traurige Resümee der Studie, laufen Gefahr, den Ökokraten in einem fort auf den Leim zu gehen. Selbst bei Naturkosmetika sind wir zumeist die Angeschmierten und haben in Anbetracht von 400 Mio. Werbeprospekten (das sind allein in Österreich 8300 Tonnen hochbelasteter Müll pro Jahr) kaum eine Chance, der Indoktrination der Grünspechte zu entgehen, die mit Lügen und Halbwahrheiten schmutzige Geschäfte machen. Demnach alles verloren, alles vergeblich? Keineswegs, denn die Verfasser belassen es nicht dabei, unangenehme Wahrheiten ans Licht zu rücken. Sie zeigen Auswege aus der Vergiftung unserer Produktion (und unserer Sprache), nennen jene Firmen, denen (noch) zu trauen ist, und weisen nach, wo die Ansätze einer globalen Überlebenstrategie liegen. Die Fülle der Informationen, der radikal kritische Ansatz und nicht zuletzt die Virtuosität der Argumentation zeichnen diesen Titel vor anderen Öko-Ratgebern aus. Prädikat: "unentbehrlich ". 

Adler, Adam; Mackwitz, Hanswerner: Öko-Tricks und Bio-Schwindel, Wien (u.a.): Orac, 1990.341 S., DM 49,80/ sFr 47,80 / öS 385,