In Ergänzung des Studiengangs "Technischer Umweltschutz" wurde im vergangenen Jahr an der TU Berlin eine Gastprofessur eingerichtet, die namhaften Persönlichkeiten Gelegenheit bot, das Thema auf interdisziplinärer Basis zu beleuchten. Obgleich das Spektrum der elf Beiträge an dieser Stelle auch nicht kursorisch behandelt werden kann, fällt auf, dass die naturwissenschaftlich philosophische Reflexion im Mittelpunkt steht, während Aspekte mathematischer Kalkulation nur am Rande präsent sind. Joan S. Davis plädiert einleitend dafür, das Vermeiden von Umweltbelastung zu belohnen und nicht weiter eine Wirtschaft zu forcieren, die durch Verursachung und (oft nur vorgegebener) Korrektur ökologischer Belastung gleich doppelt verdient! Der Dimension ästhetischer Naturerfahrung (C. Hubig), Möglichkeiten der Kooperation von Mensch und Natur (A. Suchantke), der Fortschrittsanalyse aus evolutionärer Sicht (P. Kafka) sowie der Ausweitung des Umweltschutzes zur "Naturpolitik" (W. Bierter) gelten weitere Überlegungen. Neben Grundsatzfragen ethischer Orientierung (G. Altner) stellen P. Fornallaz und U. E. Simonis Ansätze ökologischen Wirtschaftens zur Diskussion. (Einzelne Beiträge wurden zuvor in der Zeitschrift "universitas" publiziert.) 

Ganzheitlicher Umweltschutz. Hrsg. v. Martin Faulstich und Karl E. Lorber. Stuttgart: Wissenschaftl. Verlages. (u.a.) 1990. 154 S. (Edition Universitas) DM 29,- / 24,60/226,20