Die Umweltbewegungen übersähen, verfangen in ihre düsteren Prognosen und die "Sprache des Untergangs", die eigenen Erfolge - so die Ausgangsthese der Umweltjournalisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch, die lange Zeit federführend in den Umweltmagazinen natur und Chancen tätig waren. Wir befänden uns längst auf einem optimistisch stimmenden Zukunftskurs, Umweltbewußtsein sei weltweit zu einer treibenden Kraft geworden, sind die beiden überzeugt. Ihr Credo: "Wer die Apokalypse erwartet, verändert die Welt nicht." Ihren Optimismus belegen die Autoren mit zahlreichen Beispielen: Vom Aufwärtstrend der Biolandwirtschaft über das ökologisch sanierte Chemiewerk (Beispiel Bitterfeld) bis hin zum Dreiliterauto ("Das Ölzeitalter wird schneller vorüber sein als die Bronzezeit"). Mehr noch aber liegt ihnen daran, den "Öko-Pessimisten" an die Pelle zu rücken, wenn sie etwa gegen Panikmache ("Der Wald lebt"), vereinfachende Erklärungsmodelle (" Extreme Klimaschwankungen sind in der Erdgeschichte nichts Außergewöhnliches") oder Ökoimperialismus ("Statt Boykottaufrufe zu verfassen, sollten sich westliche Naturschützer lieber für ökologisch ehrliche Preise einsetzen.") zu Felde ziehen, wenn sie Umweltkampagnen - allen voran jene von Greenpeace -, "fanatische Tierfreunde", "die Luxusökologie der grünen Eliten" sowie Katastrophenjournalismus und" Boulevard-Wissenschaft" aufs Korn nehmen. Dabei mischen sich berechtigte Kritik mit mitunter übertreibender Polemik. Neben saloppen Aburteilungen die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" (s. PZ 1/96) wird etwa allein damit abgetan, daß darin über ein rechtes Maß für Raum und Zeit nachgedacht wird (als ginge es dieser nur darum!) - stehen durchaus fruchtbare Provokationen, etwa wenn als "zeitgemäße Solidarität mit der Dritten Welt" formuliert wird, "ihre Konkurrenz zu ertragen" (vorausgesetzt, man befürwortet das Konzept der globalen Märkte und hält das Nachdenken über rechte Maße für Raum und Zeit - siehe oben - für unwichtig). H. H.

Maxeiner, Dirk; Miersch, Michael: Öko-Optimismus. Düsseldorf (u.a.): Metropolitan, 1996. 342 S. (Leben im 21. Jahrhundert. Die Zukunftsbibliothek)