
„Mutter Erde“ nimmt uns mit auf eine Reise in den Boden, zeigt uns Befunde aus der Bodenökologie, beschreibt auch, wie diese Erkenntnisse in der Forschung überhaupt entstehen und geht, dem Untertitel folgend, darauf ein, wie der Verlust des Bodens unseren Planeten bedroht. Eben diese Ausführungen leisten Jörg Blech, Biologe und Journalist, und Matthias Rillig, führender Forscher im Bereich der Bodenökologie und unter anderem als Leiter der Arbeitsgruppe Ökologie der Pflanzen am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin tätig.
Es ist eine faszinierende, detailreiche Zusammenstellung, die sich hier findet und Einblick gibt in den artenreichsten Lebensraum der Welt, der entsprechend eine extrem hohe Bedeutung für die Biodiversität unseres Planeten hat. Es ist auch eine ernüchternde Zusammenstellung, die klar macht, in welchem Ausmaß menschengemachte Einflüsse den Boden verändern, gefährden oder zerstören. Faktoren sind dabei unter anderem Klimawandel, Landnutzung, Plastikverschmutzung, invasive Arten, Lichtverschmutzung, Lärmbelästigung, erhöhter Salzgehalt des Bodens, Bodenverdichtung. Auch wenn diese Faktoren lokal unterschiedlich ausgeprägt sind, so lassen sie sich dennoch als global bezeichnen und als etwas, das weitreichende Effekte auf Lebewesen hat, also auch uns Menschen. Blech und Rillig fassen die Gesamtheit all dieser Faktoren mit einem Begriff zusammen, der zwar außerhalb ökologischer Fachblätter wohl noch wenig bekannt ist, aber als Sprachwerkzeug für einen verstärkten öffentlichen Diskurs, passend und prägnant erscheint: Sie sprechen von einem globalen Wandel bzw. global change, als Kurzfassung für den menschenverursachten globalen Umweltwandel.
Grundsätzlich, das wird deutlich, sieht es nicht gut aus mit unserem Boden oder um es drastischer auszudrücken: „Es ist alles noch schlimmer, als man annehmen könnte“ (S. 276). Die Autoren schließen das Buch dennoch mit Hinweisen auf Handlungsmöglichkeiten, mit einer Betonung der Relevanz wissenschaftlicher Forschung, auch das Fazit wird zu einem „Ausweg aus einer bodenlosen Zukunft“ (S. 321), wenn es abschließend heißt: „Der Boden ist keine endliche Ressource, er kann sich erneuern. Wir müssen den Boden nur endlich gut behandeln – dann werden wir immer genug davon haben“ (S. 333).








