
„Die Milliarden-Lobby – Wer uns von Öl und Gas abhängig macht“ von Annika Joeres und Susanne Götze ist ein aufrüttelndes Buch, das einen tiefen Blick hinter die Kulissen der fossilen Machtstrukturen wirft. Während Politik und Gesellschaft seit Jahren über Energiewende, Klimaschutz und Versorgungssicherheit sprechen, zeigen die Autorinnen detailreich, wie mächtig die Netzwerke und Personen aus Öl- und Gasindustrie tatsächlich sind – und wie sie mit Milliardenlobbyismus politische Entscheidungen prägen.
Joeres und Götze schreiben als investigative Journalistinnen, die seit Jahren zu Energiepolitik und Klimafragen recherchieren. Ihr Buch verknüpft akribische Recherche mit klarer Sprache und macht so sichtbar, wie eng Konzerne, Lobbyverbände und politische Entscheidungsträger:innen verflochten sind. Sie dokumentieren, wie diese Allianzen nicht nur den Ausstieg aus fossilen Energien blockieren, sondern uns immer tiefer in Abhängigkeiten führen mit drastischen Folgen für die Umwelt und Bürger:innen, denn „unser Alltag hängt am Öl-und Gastopf‘‘ (S. 15).
Besonders eindrücklich ist, wie die Autorinnen zeigen, dass fossile Abhängigkeit kein Naturgesetz ist, sondern das Ergebnis von Entscheidungen, von Macht und Einfluss. Sie nehmen die Leser:innen mit in Hinterzimmergespräche, in die Gänge der EU-Institutionen, zu den Strategien der Energiekonzerne und zeigen dabei, wie Lobbyarbeit systematisch Klimaziele unterläuft um Rekordgewinne abzusahnen.
„Die Milliarden-Lobby“ ist kein nüchternes Fachbuch, sondern ein engagiertes Plädoyer für Transparenz und politische Konsequenz. Es macht wütend, weil es verdeutlicht, wie es einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Akteur:innen gelungen ist, aus purem Eigennutz und mit fataler Kurzsichtigkeit über Jahrzehnte hinweg große Teile der Bevölkerung westlicher Demokratien gezielt in die Irre zu führen und so politische Weichenstellungen zu ihren Gunsten massiv zu beeinflussen. Gleichzeitig ruft es am Ende im Rahmen der „5 Schritte zur Unabhängigkeit‘‘ dazu auf, die Spielräume demokratischer Kontrolle zu nutzen und die fossile Dominanz endlich zu brechen.








