In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse eines MEDIACULT-Projektes zusammengefasst. Ziel der langfristigen Studie war die Erforschung der Wechselbeziehungen zwischen audiovisuellen Medien und der kulturellen Entwicklung, vor allem der Wandel kultureller Identität unter dem Einfluss neuer Informationstechnologien. Neben theoretischen Untersuchungen sind nationale Fallstudien (Österreich, Kanada, Indien) enthalten. Charakteristisch ist die internationale und interdisziplinäre Methode der Darstellung. Mit Ausbreitung der Kommunikationstechnologie in den frühen achtziger Jahren scheint eine neue Phase im Verhältnis zwischen Kultur und Medien begonnen zu haben. Wesentliche Aussage der Autoren ist, dass durch zunehmende Verbreitung globaler Informationstechnologie die Ausbildung kultureller Identität behindert wird. Technische Vereinheitlichung, die unter wirtschaftlichen Bedingungen als Vorteil angesehen wird, gefährdet die eigenständige kulturelle Entwicklung vor allem strukturschwacher kleiner Staaten. Besonders einschneidend ist die grenzüberschreitende Verbreitung einer ständig zunehmenden Zahl von Medienprogrammen via Kabel und Satellit. Kulturelle Aspekte sind untrennbar mit wirtschaftlichen und politischen Aspekten verbunden.  Der englischsprachige Report gewährt einen fundierten Einblick in die Gefahren neuer Medien. Die Auswirkungen grenzüberschreitender Programmtransmission sind in ihrer Tragweite noch gar nicht abzuschätzen. Umso wichtiger ist die auf Grundlage gehaltvoller Studien geführte Diskussion darüber. Dabei sollte vor allem nicht übersehen werden, in wessen Interesse die grundlegende Nivellierung kultureller Unterschiede vorbereitet wird (insoferne sie nicht schon gegenwärtig ist).

New Media: a challenge to cultural policies. Report on a research project undertaken by MEDIACULT. Ed. by A. Smudits. Wien: VWGO, 1987. 219 S.