Neben rasch wechselnden inhaltlichen Anforderungen der Informationsgesellschaft, die unser Verhältnis zu Unterricht und Lernbereitschaft auf eine neue Stufe stellen, fördern geänderte soziale Ziel- und Wertvorstellungen die Abkehr von hierarchisch-autoritärem Führungsstil. Anliegen wie Offenheit, Akzeptanz und Gleichwertigkeit sprechen für eine "Führung von unten"; an die Stelle fremdbestimmter, arbeitsteiliger Organisation tritt zunehmend der Wunsch nach eigenständiger, von persönlichem Engagement und Freiwilligkeit geprägter Erfahrung. Gefragt ist nicht der Vorgesetzte, sondern der Moderator, der als "Erster unter Gleichen" die Mitglieder einer Gruppe zu selbst bestimmten Handeln animiert und koordiniert.

In neun, offenkundig aus praktischer Erfahrung geschriebenen Kapiteln in formiert der Verfasser über Begriff und Aufgabe des Moderierens, präsentiert verschiedene Modelle der Kleingruppen-Arbeit und gibt wichtige Hinweise zum vielschichtigen Beziehungsgeflecht von Kleingruppen. Ausführlich werden die Grundzüge einer Neuen Führungsphilosophie" beschrieben, in der Motivation an die Stelle von Kritik, das Fördern vor das Fordern tritt, und Strategien konstruktiver Konfliktlösung Platz greifen. Konkrete Anregungen zur erfolgreichen Gestaltung der Gruppenarbeit, ein - leider zu kurz geratener - Beitrag über Moderationsmethoden wie Brainstorming und Metaplan-Verfahren finden sich ebenso wie Hinweise zur Schaffung einer angenehmen Gruppenatmosphäre. Ein informatives Handbuch, das Hilfestellungen anbietet, ohne freilich die im Titel durchklingende Zauberformel gruppendynamischen Erfolgs preiszugeben. Wer je in und mit Gruppen zu tun hatte, weiß, daß sich Theorie und Praxis auch hier nicht zuverlässig in Deckung bringen lassen. Das Wagnis der Selbsterfahrung gilt auch für den Moderator selbst.

Decket, Franz: Gruppen moderieren - eine Hexerei? Die neue Teamarbeit. Ein Leitfaden für Moderatoren zur Entwicklung und Förderung von Kleingruppen. München: Lexika-Verlag, 1988.167 S. DM 29,80/ sfr 21,80 / öS 202,80