In einer Zeit, in der Umweltverschmutzung, Bodenbelastungen, Atomreaktorunfälle, "saurer Regen" oder "chlorierte Kohlenwasserstoffe" zum Alltag und Sprachgebrauch gehören, ist es zweifellos notwendig, gewisse Schlagworte sachlich und allgemein verständlich zu beschreiben. Denn, so heißt es in Meyers Lexikon, "nur ein genaues Wissen um den Fragenkreis ,Ökologie' kann Basis und Ausgangspunkt für ein neues Umweltbewußtsein und einen bewußteren Umgang mit der Natur sein, zum anderen eine sichere Argumentationsgrundlage in der ökologischen Diskussion liefern".

Das Lexikon enthält mehr als 2.800 alphabetisch geordnete Stichworte von „Aapamoor" bis "Zytostatika" mit vielen Querverweisen. Das Öko-Lexikon konzentriert sich weniger auf Kurzinformationen zu Fakten und Begriffen von "Abfall" über "Treibgas" bis "Zwischenlagerung", sondern mehr auf die Zusammenhänge von Mensch und Umwelt, Menschheitsgeschichte und Umwelt, Ökologie und Umwelt sowie auf das Verhältnis von Wirtschaft, Politik und Ethik. Die Kombination eines einführenden Textteils mit einem Stichwortteil ist benutzerfreundlicher als die Vernetzung komplexer Problembereiche mit Hilfe vieler Querverweise. Wunsch der Herausgeber ist es, die in der Umweltdiskussion nur oberflächlich, mißverständlich oder falsch dargestellten Fakten zu vermitteln. Wichtiges Anliegen sind auch die oft vernachlässigten historischen, anthropologischen und philosophischen Perspektiven. Man will "durch ebenso umfassende wie präzise Information in möglichst vielen Lesern den Willen zum Weiterkämpfen gegen den drohenden Kollaps unseres ökologischen Systems“ stärken.

Im Vergleicher beider Lexika scheint bei stichwortartiger Durchsicht der alphabetischen Begriffe das Öko-Lexikon populärer und übersichtlicher zu sein. Das Meyer-Lexikon entspricht eher dem klassischen Lexikonbegriff und kommt auch ohne Darstellung größerer Zusammenhänge aus. Beide sind auf ihre Art unerläßliche Arbeitshilfen für den Bereich Ökologie. Beide fordern dazu auf, nicht bei Lippenbekenntnissen und Schlagworten zu verweilen, sondern mit Hilfe eines ökologischen Grundverständnisses zu einer neuen Gestaltung des Beziehungsnetzes „Natur-Mensch" beizutragen.

Öko-Lexikon. Stichworte und Zusammenhänge. Hrsg. v. Hartwig Walletschek u. Jochen Graw. München: Beck, 1988. 250 S. (Beck'sche Reihe; 344) DM 22,-/sfr 18,401öS 171,60

Meyers Kleines Lexikon Ökologie. Hrsg. u. bearb. v. Meyers Lexikonredaktion. Mannheim (u. a.): Meyers Lexikonverl., 1987.376 S. DM 26,80/ sfr 24,80 / öS 209,-