Ausgehend von der zentralen Bedeutung der Produktion für das gesellschaftliche Leben rückt der Autor den Konsum der produzierten Güter als eine einem steten Wandel unterliegende Handlung in den Mittelpunkt seines Essays. In der Folge eröffnet sich den Leserinnen ein breites Spektrum an "dringlichen" und "symbolischen" Problemen und deren vielfältigen Verknüpfungsmöglichkeiten. Bezug genommen wird dabei im wesentlichen auf die Handlungskompetenz im Sozialbereich, mündend in die generelle Überlebensfrage der Menschheit nach der "Endlichkeit" der Gesellschaft.

Die angeführten Fakten sind nicht neu: die (ökonomische) Gesellschaft ist kapitalistisch orientiert, deren Kultur eine konsumistische, und der hier spezifisch behandelte Bereich der sozialen Arbeit kann sich den Gegebenheiten nicht entziehen. Auch der Kulturpessimismus des Autors ist der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts keineswegs fremd. Das nahende Ende der Gattung Mensch und der sozialen Arbeit wird als Faktum angenommen und dennoch Neues versucht, wenn auch" nur" in Form eines Essays, der dem Anspruch folgt, "das Falsche richtig zu denken, um ihm das Richtige zu entreißen." Bezugnehmend auf die Perspektive des "pessimistischen Überlebens " gibt der Autor mögliche Richtlinien vor, mit deren Hilfe die soziale Arbeit ihrem gesellschaftlichen Auftrag dennoch nachkommen kann.

M. H.

Hochstrasser, Franz: Konsumismus und Soziale Arbeit. Bern (u.a.) Haupt, 1994. 226 S., DM / sFr 36,-/ öS 281,-