Die Bundespartei der Grünen sieht im Regelmechanismus des Katalysators eine gesetzwidrige Manipulation der Autoindustrie. Die Abgasreinigung, so wird argumentiert, ließe sich bei Motorhöchstbeanspruchung ausschalten. Für die optimale Funktion eines geregelten Drei-Weg-Katalysators muss das Kraftstoff/Luft-Verhältnis (über die Lambda-Sonde) geregelt werden. Der Katalysator erfüllt seine Aufgabe nur dann korrekt, wenn die Abgase eine bestimmte Zusammensetzung haben, der ideale Wert liegt bei 1. Bei Vollast steigt der Wert des Kraftstoff-Luftgemisches über 1. Dies führt zur Erhöhung der emitierten Mengen nicht katalysierter Stickoxide. Bei Werten kleiner als 1 steigt hingegen die Kohlenwasserstoff- und Kohlenmonoxidemission. Eine von den Grünen beauftragte Überprüfung beim TÜV Essen ergab eine 10 bzw. 200fache Steigerung des Abgasschadstoffes durch die Vollastanreicherung. Daraufhin wurde Anzeige wegen Betruges gegen die Firmen Opel und Daimler Benz erstattet. Bei einer nochmaligen offiziellen Überprüfung derselben TÜV-Stelle vom Kraftfahrtbundesamtes wurde der Vorwurf entkräftet. Nun steht also Aussage gegen Aussage, getroffen jeweils von jener Instanz, deren fachliche Kompetenz ein objektives Urteil erwarten ließ! Ob der Verdacht des Betrugs bestätigt werden kann, bleibt offen. Tatsache ist jedoch - und dies führt Rainer Hofmann in seinem Beitrag aus-, dass der Katalysator nur bei idealen Betriebstemperaturen optimal funktioniert. Kaltstart, Bergfahrten und hohe Geschwindigkeiten haben jeweils schlechtere Abgaswerte zur Folge. Spätestens hier erhebt sich wieder einmal die Frage, ob die Einführung des Katalysators nicht eine verkürzte Maßnahme war, die letztlich von den wesentlichen, z.B. großindustriellen Verursachern des Waldsterbens ablenken sollte.

 

Koppenburg, Barbara: Katalysatortechnik unter Beweisdruck. Grüne werfen Automobilindustrie Betrug vor. Kraftfahrbundesamt: Stand der Technik wird voll genutzt. s. 3  

Hofmann, Rainer: Wenn Lambda aus dem Fenster springt. Vollastanreicherung bei Otto-Motoren. S.11; beide in: VDI Nachrichten. 1987, Nr. 32 u. 7.8.