Die Autoren stellen Möglichkeiten rationeller Energienutzung und erneuerbarer Energiequellen am Beispiel der BRD dar. Dabei werden eine Reihe technisch "realistischer" Szenarien künftiger Energieversorgung diskutiert und notwendige Veränderungen der gegenwärtigen Energiepolitik aufgezeigt. Bis zum Jahr 2050 wird nach Ansicht beider auf die Atomenergie verzichtet und die fossilen Energien stark zurückgedrängt. Erreicht wird dies durch beträchtliche Energieeinsparungen und durch Erschließung solarer Energiequellen. Die Grundlage der Arbeit bilden Gutachten, Studien, Projekte und Modellrechnungen sowie Experimente von Arbeitsgruppen. Die Diskussion über die drohende globale Klimaveränderung lieferte weiteres Material. Vielfach schon bekannte Erkenntnisse werden durch neueste Forschungsergebnisse erhärtet. Energieversorgungssysteme der Zukunft müssen ökologisch unbedenklich und sozialverträglich sein, für den einzelnen Bürger Gestaltungsmöglichkeiten zulassen und künftigen Generationen keine Hypotheken aufbürden. Die ungleiche Verteilung von Energie ist aufzuheben, die Dezentralisierung der Energieindustrie und die Stärkung der Kommunen wird gefordert. Das Potential erneuerbarer Energiequellen wird sowohl unter dem Gesichtspunkt lokaler als auch großflächiger Nutzung analysiert, wobei auch der Import solarer Elektrizität und Solarwasserstoff in Betracht gezogen wird. Schließlich wird anhand ausgewählter Szenarien dargestellt, "dass eine solarfossile Energieversorgung für ein Industrieland in Mitteleuropa möglich ist und dabei sowohl die fossilen Energieträger drastisch zurückgedrängt als auch die Nutzung der Kernenergie aufgegeben werden kann". 

Nitsch, Joachim; Luther, Joachim: Energieversorgung der Zukunft. Berlin (u.a.): Springer, 1990. 135 S., DM 28,- 1 sFr 24,- 1 öS 218,40