"Ziel eines Energiedienstleistungsunternehmens ist es", so die Autoren dieser Studie, "den Kunden die erwünschten Dienstleistungen wie „Kühlen“, „Licht“ oder „temperierte Wohnungen“ dauerhaft und umweltschonend zur Verfügung zu stellen, wobei Kostendeckung und Substanzerhaltung des Unternehmens angestrebt werden müssen."

Vom EVU (Energieversorgungs-) zum EDU (Energiedienstleistungsunternehmen) lautet die Devise. Oberstes Geschäftsziel soll nicht mehr der Verkauf von Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) sein, sondern die effiziente Energieverwendung (Einsparung). In der BRD zählen vornehmlich Stadtwerke zu den Trägern innovativer Energiepolitik. Übersichtlich und mit Beispielen angereichert - neben Initiativen aus der BRD werden auch Projekte aus den USA vorgestellt - haben die Autoren des Ökoinstituts Freiburg Möglichkeiten einer effizienteren Energiestrategie zusammengetragen, wobei vier Bereiche herausgestellt werden:

  1. Produktpolitik, 2. Distributionspolitik, 3. Preispolitik, 4. Kommunikationspolitik.

Offensive Energieberatung, das Angebot diverser Serviceleistungen wie die Wartung von Heizungsanlagen oder die kostenlose Entsorgung von Altgeräten, integrierte Nutzwärmekonzepte für private wie für öffentliche Gebäude, Kooperation mit Unternehmen zur Nutzung von Industrieabwärme, Einsparverträge (Investitionskosten für Neuanlage werden aus Energieeinsparungen gedeckt) sowie die forcierte Stromeigenerzeugung werden u. a. als zukunftsweisende Energiedienstleistungsprodukte benannt.

In der Distribution lassen sich Verbesserungen erreichen durch vorausschauende Planung (etwa Festlegung von Fernwärmevorranggebieten), durch Kooperation mit Architekten und Installateuren sowie 15 durch flächendeckende Sanierungskonzepte (Anlage von Beratungskatastern).

Als monetäre Anreize für ein neues Energiekonsumverhalten werden u. a. vorgeschlagen: Zeitvariable Tarife (Verteuerung des Spitzenstroms) etwa mit Progressionsstufen (Wenigverbraucher zahlen weniger! - Beispiel Saarbrücken), Prämien für stromsparende Geräte, Dämmmassnahmen oder Heizungsumstellungen sowie zinsgünstige bzw. zinslose Energiesparkredite (Beispiel Saarbrückener "Mitmach-Programm"). Das Hauptaugenmerk für eine verbesserte Kommunikation wird auf Direktgespräche (Beratung und Diskussion mit Zielgruppen) gelegt, da so Misstrauen am ehesten abgebaut und Kompetenz am besten erworben werden können. Produktlisten, einfache Energieberechnungshilfen oder Energieverbrauchszertifikate für Wohnungen sowie die Schaffung zahlreicher Demonstrationsobjekte für zukunftsorientierte Energielösungen sind weitere Vorschläge für eine transparente Informationsstrategie. H

H. H.

 

Seifrid, Dieter; Stark, Norbert: Energiedienstleistungen. Strategien und Marketingansätze für eine ökologische Energieversorgung. Freiburg: Öko-Institut. 1994. 1285., DM 42,-/sFr38,70/öS 328

Die insbesondere für Energieunternehmen und Kommunen höchst informative Studie ist direkt zu beziehen beim Öko-Institut e. V, PF 6226, 0-79038 Freiburg.