Die 6. Auflage des erstmals 1981 erschienenen Buches hat einen umfangreichen Anhang, der die Bestandsaufnahme Ende der70er Jahre überarbeitet und einige politische und philosophische Gedanken beinhaltet, die den heutigen Stand der Umweltproblematik widerspiegeln und die damals angesprochene theologische Problemstellung erweitern bzw. vertiefen. In den rund zehn Jahren, seit dieses Buch geschrieben wurde, hat die Welt sich sehr verändert, - indem sie sich auf schlimme Weise gleichgeblieben ist."  Eingehend beschäftigt sich Drewermann mit dem Bevölkerungswachstum und kritisiert die verkorkste katholische Ethik in dieser Frage. Weitere Themen sind das Abholzen des tropischen Regenwaldes, Veränderung des Klimas und der Atmosphäre, Waldsterben, Luftverschmutzung, Müll, Gewässerverunreinigung, Massentierhaltung und Tierversuche sowie die Zerstörung der Artenvielfalt. Ablehnend äußert sich der Autor zu Großtechnologien wie der Atomkraft, denen wir nicht gewachsen sind. Mit äußerster Skepsis betrachtet er v.a. die verlockenden Optionen gentechnologischer Auswege aus der bestehenden Energie- und Ökokrise. Im Gegensatz zur christlichen Dogmatik, die die Kopernikanische Wende immer noch nicht mitvollzogen hat, kritisiert Drewermann die Prinzipien des Reduktionismus. Für ihn kann der Sinn von Technik "nicht länger darin liegen, Geräte zu konstruieren und Verfahren zu ersinnen, um die Natur in immer besser ausbeutbare Segmente zu zerlegen, sondern sie muss die Austauschbedingungen der Umwelt, statt sie als das Störende zu betrachten, vielmehr als das Hilfreiche und daher Erhaltenswerte in ihre Überlegungen mit einbeziehen". Entsprechend plädiert er für einen Umdenkprozess in Richtung einer "weiblicheren" Mentalität unserer Gesellschaft. 

Drewermann, Eugen: Der tödliche Fortschritt. Von der Zerstörung der Erde und des Menschen im Erbe des Christentums. Regensburg: Pustet. 1990 (6. erw. u. aktualisierte Aufl.). 4075., DM 39,80/ sFr 34,10/ öS 310,40