Chaos regiert die Welt. Chaos in Wolken, in Wasserwirbeln, im Kuchenteig oder in Blitzen. Der Bogen dieses Geo-Themenheftes spannt sich von der Entstehung des Kosmos und des Lebens bis zur "Musterbildung" in menschlichen Gehirnen und Gesellschaften. In durchwegs interessanten Beiträgen und faszinierenden Bildern eröffnet sich dem Leser eine neue Dimension des Wissens. Die Biologen hoffen, die Konsequenzen von fressen und gefressen werden mit Hilfe der Chaos-Theorie zu verstehen. Im kosmischen Spiel der Kräfte wird aus Chaos Ordnung geboren. Das Chaos im Kopf ist für einen amerikanischen Forscher ausschlaggebend dafür, dass unser Gehirn so lernfähig ist, und rein theoretisch könnte der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Wirbelsturm auslösen. Die Erforschung des Chaos rehabilitiert das Spielerische als Element des Werdens durch die Kreativität des Ungeplanten. Zitiert wird Manfred Eigen, der den Menschen als Teilnehmer an diesem großen Spiel sieht, in dem er seine Fähigkeiten voll entfalten muss, um sich zu behaupten und nicht bloß Spielball des Zufalls zu werden. Neben soziologischen Aspekten - referiert werden Luhmans Ansichten der "unvernünftigen GeseIlschaft“ - wird geschildert, welcher Umbruch unseres Weltbildes sich durch die "Chaosforschung" oder "Nichtlinearität" anbahnt. 

Chaos + Kreativität. Geo-Wissen. Hamburg: Gruner + Jahr, Nr.2 v. 7.5.1990, 1925., DM 13,50/ sFr 13,50/ öS 100