Im Transfer lateinamerikanischer Befreiungstheologie nach Europa stellt das Buch eine qualitativ neue Stufe dar: den Schritt von einer romantisierenden Rezeption zum Versuch, Impulse dieser Theologie für die spezifische Situation in Europa fruchtbar zu machen. Dabei wird der befreiungstheologische Ansatz auch zum inhaltlichen und formalen Kriterium der Darstellung. Am Anfang steht demnach der Blick auf Realitäten in Europa, die die Theologie in den Blick nehmen muss, bevor sie das Wort "Gott" in den Mund nehmen kann. Ausgewählt wurden die Bereiche Umweltzerstörung, Arbeitslosigkeit, sexueller Missbrauch von Kindern, Neue Technologien, Sexismus, Judentum, Flüchtlinge.  Ausgegangen wird dabei von Erfahrungen sogenannter einfacher Menschen: ein Mechaniker erzählt seine Erlebnisse im Widerstand gegen die WAA Wackersdorf usw. Im zweiten Abschnitt "Urteilen" werden diese Erfahrungen von zum Teil prominenten Theologlnnen reflektiert; so beurteilt Peter Eicher die Neuen Technologien aus theologischer Sicht; innovativ ist Peter Modlers Beitrag, der aus seinen jahrzehntelangen Erfahrungen in der Ökologiebewegung Südbadens heraus die Konturen einer "Ökologischen Theologie" skizziert. Der Teil „Handeln" stellt mutmachende Projekte und Initiativen aus Osterreich, Deutschland und der Schweiz dar, z. B. das Klimabündnis europäischer Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre", das Kinderschutzzentrum Berlin u.a. Wohltuend ist, dass nicht trockene Projektbeschreibungen vorgelegt werden, sondern die Initiativen in einen größeren Kontext eingeordnet werden. Insgesamt ein buntes, erfrischendes Signal der "anderen" Kirche und Theologie im deutschsprachigen Raum. Befreiungstheologie Europa  Ökonomiekritik

Gefahr ist. Wächst das Rettende auch? Befreiende Theologie in Europa. Hrsg. v. Walter Dirks. Salzburg: Universitätsverl. A. Pustet, 1991. 260 S., (Ed. solidarisch leben: 1) DM 39,801 sFr 33,70 1 öS 278