Immer mehr ältere Menschen wehren sich gegen die Angriffe auf wichtige Lebensgrundlagen. "Davon zeugen einige Beispiele, wo aufs Abstellgleis verbannte Alte plötzlich aufmucken und sich organisieren. Sie wollen mitdenken, mitreden, mitgestalten und den wohlverdienten ,Lebensabend' genießen." Die von Mäder präsentierten Bereiche betreffen Selbstorganisation, Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Weiterbildung, neue Armut, Rentnerschwemme und den gefährdeten Sozialstaat. Den Bezugsrahmen für die praktischen Beispiele bilden Probleme und Prognosen.

Die Fakten zur Sozialsituation vieler älterer Menschen - insbesondere die engen Verflechtungen von Arbeitslosigkeit, Armut, Gefährdung der Renten und Diskriminierung veranschaulichen den Ernst der Situation. "Spätestens mit der Pensionierung realisiert er (der Pensionist) schmerzlich, wie schwierig das Leben wird, wenn das täglich garantierte Maß an Anerkennung, das einen dank Konformität erreicht, verebbt." Für Mäder gibt es keine Alternative zum Engagement.

Die vorgestellten hoffnungsvollen Projekte reichen von der Universität für das "dritte Alter" über Freizeitaktivitäten bis hin zur Selbsthilfeorganisation. Allein in der BRD gibt es derzeit über 40.000 Selbsthilfeinitiativen im Altenbereich.

Zwar erörtert Mäder hauptsächlich die Situation in der Schweiz, doch werden im Vergleich die BRD und andere europäische Länder miteinbezogen. Sehr informativ sind eingefügte Umfrageergebnisse und Studien. Mäder gelingt es, im Sinne einer Orientierungshilfe Probleme sowie verschiedene Lösungsansätze aufzudecken und zu diskutieren. Dieser hoffnungsvolle Katalog zeigt nach dem Motto "es ist nie zu spät, anzufangen ", was möglich ist. Resümierend kommt Mäder zu dem Schluß, daß die skizzierten Ansätze von Selbsthilfe im Alter auf eine Haltung hinweisen, "die Bevormundung ablehnt und gesellschaftliche Emanzipation begünstigt".