Hervorgegangen aus einer von der Akademie für Technikfolgenabschätzung Baden-Württemberg organisierten Ringvorlesung an der Universität Tübingen, thematisieren die 14 Beiträge dieses Bandes das Gebot sowie das Bemühen nachhaltiger Transformation unserer Wirtschafts- und Lebensweise aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen. Untersuchungen zur Tragekapazität der Erde folgen Vorschläge zur politischen Bestimmung neuer Rahmenbedingungen, wobei internationale Quoten für den Verbrauch von Erdöl oder die Emission von CO2 (ähnlich jenen der Fischfangquoten) ebenso erörtert werden wie nationalstaatliche Konzepte von Ökosteuern. Ernst Udo Simonis etwa beschreibt Möglichkeiten und Schwierigkeiten globaler Umweltpolitik anschaulich an konkreten Handlungsfeldern wie dem Klimaschutz oder der Erhaltung der Artenvielfalt. Auch werden einmal mehr Vorschläge zu einer ökologischen Unternehmenspolitik diskutiert. Daneben findet man aber auch psychologische und soziologische Ansätze zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Die philosophisch-ethische Sicht (u. a. vorgetragen durch Klaus Küng) setzt hingegen auf das Prinzip Einsicht bzw. Verantwortung. Interessant, da wenig(er) bekannt, sind die Ausführungen zur historischen Umweltforschung. Auch wenn Joachim Radkau sich darin gegen die „resignativ-kultur-pessimistische Seite der Öko-Bewegung" verwehrt und in der" Entdeckung der Langsamkeit" auch für die moderne technische und wirtschaftliche Entwicklung "unvermutete Möglichkeiten des Umsteuerns" erhofft, kann er den Weg zu diesem Paradigmenwechsel nur postulieren. Eingeschlagen ist er deshalb noch lange nicht. H. H.

Nachhaltige  Entwicklung. Zukunftschancen für Mensch und Umwelt. Hrsg. v. Hans G. Kastenholz; Berlin (u.a.): Springer, 1996. 252 S.