
Thomas M. Fischer ist Managementberater mit den Schwerpunkten Strategie, Organisationsentwicklung und Transformation. In seinem Buch „Zukunft verpflichtet“ beschreibt er die Eindämmung der Klimakrise sowie den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft als zentrale Herausforderungen, an denen sich Unternehmen aktiv beteiligen müssen. Mehr noch: Diese können und sollen zu Treibern des Wandels werden, neue Möglichkeiten der Digitalisierung dabei helfen. Für zentral hält Fischer gemeinsam in Unternehmen entwickelte und dann auch gelebte Werte. Er führt dazu den Begriff des „freundlichen Unternehmens“ (S. 133ff.) ein. Dieses zeichne sich aus durch einen wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitenden sowie sinnvolle Produkte und nachhaltige Geschäftspraktiken. In die Ausführungen fließen vorbildhafte Unternehmen ein, die Fischer beraten hat und die er als Best Practice-Beispiele preist. Mit „Sinnwirtschaft“ (S. 148) beschreibt er ein Unternehmensverständnis, das sich nicht auf Gewinnmaximierung fixiert, sondern Nutzen für alle Beteiligten stiftet, etwa im Sinne der zitierten Gemeinwohlökonomie. Man erfährt auch von innovativen Geschäftsmodellen wie „pay per use“ (Kunden kaufen Produkte nicht mehr, sondern zahlen für die Nutzung) oder „Reverse innovation“ (Produkte werden bewusst einfach und reparierbar gestaltet).
Am Rande geht der Autor auch auf politische Rahmenbedingungen ein. Er benennt das gegenwärtige Rollback in Klima- und Umweltfragen und kritisiert auch rechte Parteien wie die AfD, die nicht nur ein Bremsklotz für die ökologische Transformation seien, sondern auch Hass schürten. Deutschland müsse aber als freundliches und offenes Land glänzen, um im Wettbewerb um die ökologische Transformation vorne mit dabei sein zu können.
Resümee: Fischer appelliert an die Unternehmen, sich an die Spitze dieser Wandelbewegung zu setzen. So könne ein neuer Kapitalismus entstehen, der sich der planetaren Grenzen bewusst ist. Der Text endet mit einem positiven Zukunftsszenario „Deutschland 2045“, das von einem modernen Unternehmertum geprägt sei. Das Buch ist ein Appell an Unternehmer*innen, sich der Aufbruchstimmung anzuschließen. Nicht erwarten darf man makroökonomische Analysen, die auch die Widersprüche des Kapitalismus, etwa die Wachstumsgetriebenheit, benennen.








