Jochen Schilk

Wiederbegrünung der Welt

Ausgabe: 2020 | 2

Es gibt sie, die engagierten Programme der Wiederaufforstung und Wiederbegrünung, auch wenn sie wenig bekannt sind. Jochen Schilk, Journalist und Mitarbeiter der Zeitschrift Oya, hat fünfzig faszinierende solche Geschichten aufgezeichnet. Viele stammen von Pionierinnen der Zivilgesellschaft, manche auch von staatlichen Initiativen wie etwa in China oder Korea.

Am bekanntesten ist wohl die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai (S. 87ff.), die mit ihrem Green Belt Movement Frauen dazu ermunterte, Baumschulen zu gründen und Bäume zu pflanzen. Maathais Bewegung hat Schule gemacht, bereits 1986 wurde das PanAfrica Green Belt Movement gegründet, 2006 übernahm die Biologin die Schirmherrschaft über die One Billion Trees Campaign des UN-Umweltprogramms. Ein anderes Beispiel: Yacouba Sawadogo (S. 59ff.) hat in Burkina Faso am Rande der Wüste mit einer speziellen Kompostiermethode und dem Sammeln von Regenwasser eine 30 Hektar große Oase mit erstaunlicher Artenvielfalt geschaffen. Dazu passt das auch das Projekt „Sekem“ von Ibrahim Abouleish (S.  102ff.), der die ägyptische Wüste mit Permakultur zum Grünen brachte. 

Das Wissen um regionale Begebenheiten und komplexe Ökosysteme sowie Ausdauer und Geduld im Erproben von Anbaumethoden und unterschiedlichem Saatgut zeichnet die Geschichten des Bandes aus. Dass es manches Mal auch um einfache Beobachtungen geht, zeigt das Beispiel von Tony Rinaudo (S. 55ff.), der angeblich beim Reifenwechsel in der Sahelzone die Entdeckung machte, dass Pflanzen oft winzige Bäume sind und „nur“ ein bisschen geschützt werden müssen, um aufzukommen.

Alle hier vorgestellten Beispiele, darunter auch solche aus Israel, den USA und Europa zeigen: es braucht engagierte Menschen, die sich einer Sache annehmen und die es schaffen, Mitstreiter in der Region zu gewinnen.

Ein faszinierendes Buch, das nicht nur spannende Geschichten über Menschen erzählt, die zugepackt haben, sondern auch ungemein viel Wissen über Forstwirtschaft und eine naturangepasste Landwirtschaft vermittelt. Darunter auch deren Bedeutung für den Klimaschutz, wie die Initiative „Plant for the Planet“ (S. 224ff.).

Eines wird dabei deutlich: Monokulturen mögen kurzfristig ertragreich sein, in Summe zerstören sie jedoch die Ökosysteme und damit auch die Lebensgrundlagen vieler Menschen.